29.10.2018 - 17:43 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Drei Generationen Architektur und Kunst

Der Kunst- und Gewerbeverein Regensburg widmet der modernen Baumeisterfamilie Böhm eine Ausstellung unter dem Titel "Ein Jahrhundert Architektur und Kunst".

Architektur und Vision: In der Architekturdynastie Böhm hängt beides eng zusammen. Der Kunst- und Gewerbeverein Regensburg präsentiert 100 Jahre Familien- und Baugeschichte.
von Susanne WolkeProfil

"Großartige Architektur braucht keine Erklärung." Stephan Böhm muss es wissen. Immerhin entstammt er einer Architektendynastie mit mehr als 100-jähriger Tradition. "Die Böhms", denn um diese handelt es sich hier, stehen für "ein Jahrhundert Architektur und Kunst". So lautet auch der Titel der neuen Ausstellung im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg.

Entwurfszeichnungen von Kirchen, Bibliotheken und Theatern hängen hier Kunstwerken ebenbürtig an der Wand. Die Grenzen zwischen Bautätigkeit und Vision sind dabei fließend. Türme wie Pflanzenkelche, Bahnhöfe wie Rieseninsekten, Gebäudeecken wie die Zacken eines Kristalls: Vieles wirkt organisch, regelrecht pulsierend - und bleibt dabei dennoch schnörkellos und schlicht. "Großartig", Stephan Böhm stellt das Licht der Seinigen nicht unter den Scheffel.

Die Vertreter dieser Architektendynastie kommen ebenso selbstbewusst daher wie ihre Entwürfe. Kraftvoll sind letztere aufs Papier gebracht. Hier wird nicht gekleckert. Erwachsene Männer aus drei Generationen haben sich die Spielerei mit Bauklötzen im großen Stil zum Beruf gemacht.

"Wir haben immer versucht, dass unsere Sache verstanden wird", sagt Stephan Böhm bei der Eröffnung der Ausstellung im Regensburger Kunst- und Gewerbeverein am Samstag. "Wir", das begann mit dem legendären Kirchenbauer Dominikus Böhm (1880 bis 1955), ging dann weiter mit Gottfried Böhm (geboren 1920) und dessen Söhnen Stephan, Markus, Peter und Paul. Die Ausstellung in Regensburg stellt jeden von ihnen vor - individuell und eigen jeweils, vom Grundtenor her aber doch auf einen Nenner zu bringen. Köln, Hannover, Potsdam und das polnische Zabrce sind Städte, die im Rahmen von Gebäudeentwürfen in den Kunst- und Gewerbeverein kommen. Eine der gezeigten Architekturen ist gar nicht weit entfernt von den Ausstellungsräumen: Die Kirche St. Wolfgang in Kumpfmühl wurde von Dominikus Böhm entworfen.

Als steingewordenes Beispiel Böhm'scher Pläne wird das Gesamtkunstwerk nun eingebunden in die Schau des Kunst- und Gewerbevereins. Beachtung findet auch die Einhausung des Schottenportals von St. Jakob durch Peter und Markus Böhm. Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 18. November, im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg (Ludwigstraße 6). Sie wird umrahmt von Vorträgen und Führungen Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag (12 bis 18 Uhr). Informationen unter Telefon 0941/58160 , sowie im Internet: www.kunst-und-gewerbeverein.de und www.bdb-regensburg.de.

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