Regensburg
Update 30.10.2026 - 18:08 Uhr

Explosion in Regensburg - Ermittlungen gehen weiter

Nach der verheerenden Explosion in Regensburg haben die Einsatzkräfte inzwischen zwei Tote geborgen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren - denn viele Fragen sind offen.

Nach der Explosion und dem Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Regensburg mit zwei Toten gehen die Ermittlungen weiter. Die Ursache sei nach wie vor unklar, hieß es von der Polizei am Abend. Die polizeilichen Maßnahmen vor Ort seien jedoch nun abgeschlossen, teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz am Freitagabend mit. Die Brandermittler waren über mehrere Tage mit der Untersuchung des Schadensortes, der Sicherung und Auswertung von Spuren sowie der Rekonstruktion des Geschehens beschäftigt. Unterstützung erhielten die Ermittler dabei laut Mitteilung von einem Brandmittelspürhund und durch die Tatortgruppe des Bayerischen Landeskriminalamtes (BLKA). Auch ein Gutachter des BLKA für Explosionsgeschehen war am Freitag vor Ort, um weitere Untersuchungen am Schadensort vorzunehmen. Die Ruine, die vom Wohnhaus nach der Explosion übrig geblieben ist, wurde nach Beendigung der polizeilichen Arbeiten an die Hausverwaltung übergeben.

Am Donnerstag hatten die Einsatzkräfte zwei Leichen in den Trümmern gefunden und geborgen. Nach Angaben der Polizei soll es sich bei einer Leiche um einen der beiden Vermissten handeln. Die Identifizierung der zweiten Person war bis Donnerstagabend dagegen noch nicht möglich gewesen. Die Identität müsse wahrscheinlich durch eine Obduktion geklärt werden, hieß es.

Die Explosion in den frühen Morgenstunden am Mittwoch hatte einen großen Teil des Mehrfamilienhauses zerstört. Vier Menschen kamen ins Krankenhaus, einer davon mit schwereren Verletzungen. Ein Polizist erlitt zudem eine Rauchvergiftung. Ob es sich um einen Unfall handelte oder die Explosion möglicherweise absichtlich herbeigeführt wurde, ist noch nicht geklärt.

Explosion reißt metergroßes Loch in Fassade

Durch die Wucht der Explosion waren Teile der Fassade aus dem Gebäude gerissen worden. Dort, wo einst Menschen lebten, klafft nun ein dunkles Loch über zwei Etagen. Anwohner hatten am frühen Mittwochmorgen den Notruf gewählt, nachdem sie einen lauten Knall gehört hatten. Neben dem Haus, in dem sich die Explosion ereignete, sind zwei weitere Häuser einsturzgefährdet. Die meisten Bewohner kamen bei Freunden und Verwandten unter. 

Angesichts des lauten Knalls und der massiven Schäden sei aber klar, dass es sich um eine Explosion gehandelt haben müsse, sagte ein Polizeisprecher. Warum es dazu kam - unklar. Zwischenzeitlich gab es seitens der Polizei bereits die Vermutung, dass es sich um eine Gasexplosion handeln könnte. Ob es um einen technischen Defekt geht, Fahrlässigkeit oder Absicht, war aber offen. 

Um die genauen Hintergründe zu klären, hat die Polizei die Bevölkerung um ihre Mithilfe gebeten. Anwohner und Passanten, die Bilder und Videos von dem Brand und der Explosion gemacht haben, sollen diese an die Ermittler weiterleiten. Die Polizei hat dafür ein Hinweisportal im Internet eingerichtet.

Mit dem Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und der Übergabe der Örtlichkeit an die Hausverwaltung endet am Freitag ein mehrtägiger und außergewöhnlich fordernder Einsatz, heißt es von Seiten der Polizei. Polizeivizepräsident Erwin Frankl würdigte insbesondere das organisationsübergreifende Zusammenwirken aller Beteiligten: „Mein herzlicher und ausdrücklicher Dank gilt allen Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei. Besonders beeindruckt hat mich die jederzeit professionelle, hoch engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organisationen. Hinter dieser Leistung stehen Menschen, die mit großem persönlichem Einsatz und hoher Fachkompetenz Verantwortung übernommen haben.“

Regensburg29.10.2026
OnetzPlus
Regensburg28.10.2026
Regensburg28.10.2026

© dpa-infocom, dpa:261030-930-915348/1

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.