15.02.2019 - 12:13 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

"Fünf Jahre durchstehen": A3-Ausbau belastet Regensburg

Seit einem Jahr wird gearbeitet: Die A3 soll bei Regensburg sechsspurig werden. Die Baustelle belastet Pendler und Anwohner. An diesem Wochenende wird die Autobahn komplett gesperrt, teilt die Autobahndirektion mit.

Bagger rissen auf der Autobahn A3 eine Brücke ab. Grund ist die Verbreiterung der A3 auf sechs Spuren in der Region.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Lange hat Regensburg auf den Ausbau der A3 am Stadtgebiet entlang gewartet. Nun laufen die Arbeiten seit einem Jahr. Fünf weitere Jahre wird gebaut, bis 2023 der 15 Kilometer lange Abschnitt vom Autobahnkreuz bis zur Anschlussstelle Rosenhof sechsspurig ist. Bevor es so weit ist, sind sowohl Pendler als auch Anwohner in der Bauphase erstmal stärker belastet als bisher.

"Wir wollen die nächsten fünf Jahre gut durchstehen", sagte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung zum Ausbau in der Continental-Arena. "Ohne Beeinträchtigungen und Stau geht es nicht", stellte sie klar. Sie erinnerte aber auch daran, dass die bisher vierspurige A3 völlig überlastet war. Sie sei deshalb sehr froh, dass der Ausbau erfolgt. Viele Pendler würden während der Bauphase auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umsteigen, das sei aber nicht für alle möglich. Wer mit dem Auto fährt, müsse mit mehr Fahrzeit und Umwegen rechnen.

67.000 Fahrzeuge täglich

Katharina Häusler, Projektleiterin der zuständigen Autobahndirektion Südbayern, bezeichnete den Ausbau als Herausforderung, weil die A3 bei Regensburg sehr nah an Gewerbe- und Wohnbebauung liege. Zudem sei der Abschnitt stark befahren. 67.000 Fahrzeuge würden täglich das Autobahnstück zwischen Kreuz Regensburg und Universität passieren. Bis auf wenige Ausnahmen erfolge der Ausbau bei fließendem Verkehr.

Das beantworte auch die am häufigsten gestellte Frage: "Warum dauert der Ausbau so lange?" Ihre Antwort laute dann: "Es geht nicht schneller", sagte Häusler. Dass der Verkehr auf der Stadtautobahn stets fließen muss und die fünf Anschlussstellen offenbleiben sollen, erschwere den Bau. Daneben seien Versorgungsleitungen unter der Autobahn zu beachten. Wegen möglicherweise unter der Erde liegender Fliegerbomben seien zeitaufwändige Kampfmittelerkundungen nötig ebenso wie die Suche nach Bodendenkmälern. Nicht zuletzt seien der Umwelt- und Naturschutz zu beachten. "Es ist ein ganzes Puzzle an Erschwernissen", sagte Häusler.

Brücken spielen Schlüsselrolle

Eine Schlüsselrolle würden die Brücken und Unterführungen spielen. Ganze 16 Stück befinden sich auf dem Autobahnabschnitt. Sie müssen Schritt für Schritt erneuert werden, um Platz zu schaffen für die zusätzlichen Fahrstreifen der Autobahn. Das komplexeste Bauwerk sei die Bahnbrücke Burgweinting, auf der 23 Gleise der deutschen Bahn verlaufen. Zwei Jahre vor nötigen Sperrungen müsse die Bahn informiert werden, erklärte Häusler. Die Arbeiten erforderten also einen langen Vorlauf.

Für die etwa 60 Besucher der Informationsveranstaltung, darunter etliche Anwohner, besonders interessant waren die Aussagen zum Lärmschutz. Auf 19 Kilometer Länge würden bis zu 14 Meter hohe neue Lärmschutzwände- und wälle gebaut, sagte Häusler. Während der Bauzeit werde darauf geachtet, dass zwischen dem Abriss alter Lärmschutzanlagen und der Errichtung neuer Anlagen möglichst wenig Zeit liegt, versprach die Bauoberrätin. Zudem gebe es bei einzelnen Gebäuden ein Recht auf finanzierte Lärmschutzfenster. "Wer einen Anspruch hat, wird von uns angeschrieben", erklärte Häusler. Der neue Straßenbelag sei bester Lärmschutzasphalt, der bereits die Geräuschentstehung zwischen Reifen und Straße minimiere.

Vollsperrung an diesem Wochenende

Vier Vollsperrungstermine wird es in diesem Jahre geben, kündigte Häusler an, jeweils von Samstag, 20.30 Uhr, bis Sonntag, 14 Uhr. Die erste Vollsperrung stehe gleich an diesem Wochenende vom 16. auf den 17. Februar an. Der gesamte Ausbau erfolge abschnittsweise, als erstes Teilstück werde zum Jahresende die Fünf-Kilometer-Strecke zwischen Rosenhof und Neutraubling sechsspurig ausgebaut sein. Enttäuschen musste Häusler einen Besucher, der fragte, ob man dort dann bereits alle sechs Streifen befahren dürfe. Aus Verkehrssicherheitsgründen müsse der Ausbau der gesamten Strecke abgewartet werden, sagte sie.

Mehr Infos zur A3

Etwa 60 Interessierte kamen zu der Infoveranstaltung der Autobahndirektion. Es ging um den Ausbau der A3 bei Regensburg.
Etwa 60 Interessierte kamen zu der Infoveranstaltung der Autobahndirektion. Es ging um den Ausbau der A3 bei Regensburg.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.