29.11.2019 - 13:43 Uhr
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Gebürtiger Weidener erhält hohe Auszeichnung

Der Regensburger Theologe Markus Weißer, geboren in Weiden, hat den Kardinal-Wetter-Preis erhalten. Ausgezeichnet wurde er für seine Dissertation, die lebensnah und kritisch ausfällt.

Preisträger Markus Weißer (Mitte), umrahmt von (von links) seinem Doktorvater Erwin Dirscherl, Achim Budde, Direktor der Katholischen Akademie Bayern, Kardinal Friedrich Wetter und Dekan Thomas Schärtl-Trendel.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Für den gebürtigen Weidener Dr. Markus Weißer war es eine große Ehre: Am Mittwochabend wurde der 33-jährige Nachwuchswissenschaftler an der Universität Regensburg für seine Doktorarbeit mit dem Kardinal-Wetter-Preis ausgezeichnet. Mehrmals zitierte Weißer bei der Preisverleihung Papst Franziskus.

„Der Heilige Horizont des Herzens. Perspektiven einer trinitarischen Soteriologie im Anschluss an Karl Rahner“ lautet der Titel der Arbeit, für die Weißer geehrt wurde. Weißers Doktorvater Erwin Dirscherl, Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Uni Regensburg, sprach in seiner Laudatio von einer „herausragenden Dissertationsschrift“. In der Arbeit argumentiere Weißer gleichzeitig leidenschaftlich und differenziert. Er zeige außerdem, dass die Dogmatik durchaus eine dialogfähige Disziplin ist. „Weißer widerlegt jedes Vorurteil, dass Sie gegenüber der Dogmatik haben“, richtete Dirscherl sich an das Publikum. Die Lektüre der Schrift gehe unter die Haut.

Die Dissertation von Weißer beschäftigt sich mit nicht weniger als dem inneren Strukturprinzip der gesamten Dogmatik – der Soteriologie. Weißer rekonstruiert kritisch den Sinn traditioneller Erlösungsmotive und verbindet ihn mit einem innovativen Neuzugang. Statt einer Fixierung auf Sünde und Schuld rückt er das Ziel des christlichen Erlösungsverständnisses ins Zentrum – das Heil in der Welt.

Preisträger Weißer, der als Akademischer Rat am Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte beschäftigt ist, dankte vielen Wegbegleitern und seinen Eltern für die Unterstützung. Und er gab einen Einblick in seine Dissertation – eine für Nichtdogmatiker überraschend lebensnahe Schrift. So schaut Weißer zunächst auf das aktuelle Leben in einer digitalisierten Welt. „Die jungen Leute haben so viele Optionen wie nie zuvor“, sagte Weißer. Doch das mache es nicht leichter. Es herrsche die ständige Angst, bei der Vielfalt der Möglichkeiten nicht das Beste aus seinem Leben zu machen. Selbstoptimierung und Burnout sind Stichworte, die der junge Theologe fallen lässt. „Man jagt von Selfie zu Selfie, um das Album des Lebens zu füllen.“ Doch es bleibe die Frage, wer einen auffängt, wenn man hinter den Idealen zurückbleibt. Das Evangelium könnte eine Antwort sein, meinte Weißer, doch leider werde es nicht angemessen kommuniziert.

Papst Franziskus allerdings erinnere die Menschen an den zentralen Kern des christlichen Glaubens. „Gott liebt dich. Zweifle nie daran, du bist unendlich geliebt“, zitierte Weißer den Heiligen Vater. „Es wäre Aufgabe der Kirche, die Spürbarkeit dieser Liebe zu vermitteln“, sagte Weißer. Den wer sich geliebt fühle, könne von der eigenen Egozentrik loslassen und für andere da sein.

Der Kardinal-Wetter-Preis ist mit 1500 Euro dotiert und wird seit 2008 von der Katholischen Akademie in Bayern verliehen. Besonders freute sich Weißer, dass auch der Namensgeber des Preises, der 91-jährige Kardinal Friedrich Wetter, unter den Gästen war. Der Preis sei „ein Stück Bestätigung und Anerkennung für meine Arbeit, die mich ermutigt, den Weg weiterzugehen“, sagte Weißer zu unserer Zeitung.

Markus Weißer gab bei der Preisverleihung einen Einblick in seine Dissertation.
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