25.10.2019 - 18:34 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Der goldene Waller und Regensburg: Keine große Liebe

Regensburg hat ein neues Lieblingsthema. Den "Goldenen Waller". 8 Meter lang, eine Dreiviertel Tonne schwer und 180 000 Euro teuer, bezahlt von der Stadt Regensburg.

von Christine Ascherl Kontakt Profil

Vor einer Woche wurde das Kunstwerk vor dem Haus der Bayerischen Geschichte an der Donau aufgestellt.

Es dauerte keine Nacht, und der goldene Waller hatte Kratzer auf der Fischhaut aus Blattgold. 23 3/4 Karat. Unbekannte haben zudem versucht, auf den zwei Meter hohen Alu-Wels zu klettern.

Noch viel schneller ergoss sich ein Shitstorm über das Künstlerduo aus Berlin und die Stadt Regensburg, die sowas Sündteures auf einen öffentlichen Platz stellt. „Goldständer“, „Blutegel“, „Blindschleich“, „Goldene Kackwurst“ – so wird der Waller geschmäht. Die meisten sagen „Spermi“.

Zerknirscht nehmen die Künstler in einem Video Stellung. „Wir hatten kein Spermium vor Augen, obwohl der Gedanke einer gedanklichen Befruchtung der Stadt durchaus mit gemeint ist“, sagt Oliver Störmer. Er und Cisca Bogman hatten sich mit „Silurus Glanis“ (Wels, bayerisch Waller) unter 93 Arbeiten durchgesetzt.

Trost kommt aus der Nordoberpfalz. Im „Land der tausend Teiche“, dem Landkreis Tirschenreuth, stehen seit 15 Jahren „Phantastische Karpfen“. 2,10 Meter, aus Blech, nicht so teuer. Stephanie Wenisch vom Tourismuszentrum schätzt ihre Zahl auf 150 bis 200. Anfangs habe man schwer mit Vandalismus zu kämpfen gehabt. Abgebrochene Flossen, kaputte Barteln. Das habe sich sehr entspannt. „Wenn etwas neu ist, zieht es Aufmerksamkeit auf sich. Das legt sich.“

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