Im Jahr 2022 sind so wenige Menschen wie noch nie bei Unfällen auf Oberpfälzer Straßen ums Leben gekommen. 41 Verkehrstote bedeuten einen "nie dagewesenen historischen Tiefstand", wie der Vizepräsident des Regensburger Polizeipräsidiums, Thomas Schöniger, bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2022 am Dienstag festhielt. Die Zahl sei auch deshalb bemerkenswert, weil sie selbst unter denen der vergleichsweise verkehrsarmen Corona-Jahre 2020 und 2021 liegt. Im Jahr 2021 starben noch 51 Verkehrsteilnehmer in der Oberpfalz. Bei den vor einer Woche für Bayern präsentierten Zahlen bedeuteten dagegen 519 Verkehrstote einem Anstieg um 76 Todesfälle.
Insgesamt entsprechen 34 828 Unfälle in der Oberpfalz einer Zunahme um 5,4 Prozent zum Vorjahr. Bei 3955 Fällen verzeichnet die Polizeistatistik einen Personenschaden, eine Zunahme um 7,4 Prozent. Dieser Anstieg zeige, dass die Zeit der Einschränkungen durch Corona vorbei ist. Die Zahlen liegen aber immer noch deutlich unter den Werten von 2019, dem Jahr vor Beginn der Pandemie. Trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung zeigen sich auf den Straßen der Oberpfalz auch Trends, die der Polizei Sorgen machen. Hierzu zählt vor allem die Entwicklung bei den Unfällen mit Fahrrädern. Vier Radfahrer starben 2022, im Vorjahr waren es zwei weniger. Insgesamt stieg die Unfallzahl mit Fahrrädern um 25 Prozent, elektrisch unterstützte Pedelecs waren sogar um 37 Prozent häufiger in Unfälle verwickelt. Oft waren die Fahrer jenseits der 50. Hier sieht die Polizei laut Schöniger auch im kommenden Jahr Handlungs- und Aufklärungsbedarf.
Eine weitere Auffälligkeit der Statistik für das Jahr 2022: Die Zahl der Alkoholunfälle ist deutlich angestiegen. 465 Alkoholunfälle bedeuten eine Zunahme um mehr als 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Die Zahl liegt aber auch deutlich über dem Wert des Jahres 2019", betonte Polizeivizepräsident Schöniger. Auch die Zahl der Unfälle mit Drogeneinfluss ist angestiegen, allerdings weniger deutlich.
Insgesamt starben fünf Menschen bei Unfällen, bei denen Alkohol und Drogen im Spiel waren. Für Schöniger Grund genug, den Druck auf die Verkehrssünder aufrecht zu erhalten. Schon 2022 seien 2650 Fahrer in der Oberpfalz wegen Alkoholverstößen aus dem Verkehr gezogen worden, dazu kamen 1370 Verkehrsteilnehmer unter Drogeneinfluss. Auch 2023 werden die Beamten in der Oberpfalz verstärkt kontrollieren, sicherte Schöniger zu.













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