08.04.2019 - 18:57 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Die Hoffnung liegt auf dem Mozzarella

Die Domspitzmilch-Genossenschaft blickt auf ein positives Geschäftsjahr 2018 zurück. Sorgen bereiten den Milchbauern derzeit sinkende Milchpreise, der Brexit und das Image der Landwirte in der Gesellschaft.

Domspitzmilch-Vorstandsvorsitzender Markus Götz.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

„Der Milchmarkt ist aktuell unter Druck geraten, weil die Milchmenge steigt“, sagte Domspitzmilch-Vorstandsvorsitzender Markus Götz am Montag bei der Vertreterversammlung in Mariaort (Kreis Regensburg). Im vergangenen Jahr habe der Auszahlungspreis noch bei einem guten Wert von rund 36 Cent pro Kilogramm gelegen, über dem bayerischen und dem deutschen Durchschnitt.

Vehement verwehrte sich Götz gegen Anschuldigungen an die konventionelle Landwirtschaft. Umwelt- und Klimaprobleme würden auf dem Rücken der Bauern ausgetragen, kritisierte er. Die Rolle der Industrie sowie der Verbraucher, die unter anderem mit Flugreisen zur Erderwärmung beitragen, werde hingegen öffentlich weniger wahrgenommen. Das jüngste Volksbegehren für Artenschutz fordere 30 Prozent Bio-Landwirtschaft, obwohl es jetzt bereits Biomilch auf dem Markt gebe, die keine Abnehmer finde. „Wer Bio fordert, muss auch Bio kaufen“, meinte Götz.

Seit 2008 gehört die Domspitzmilch eG zur Molkereigenossenschaft Bayernland mit Standorten in Regensburg, Amberg, Kemnath und Bayreuth. Über 800 Millionen Kilogramm Milch verarbeitete Bayernland im vergangenen Jahr zu Butter, Käse, Frischkäse und weiteren Produkten. Bayernland-Hauptgeschäftsführer Gerhard Meier berichtete von einem Gesamtumsatz von 553 Millionen Euro, „mit dem wir sehr gut über die Runden gekommen sind“. Der Jahresüberschuss belief sich auf 9,5 Millionen Euro. Man befinde sich in einem „gnadenlosen, weltweiten Wettbewerb“. Den Milcherzeugern sei im vergangenen Jahr aber ein „ordentlicher“ Milchpreis gezahlt worden. Seit Anfang dieses Jahres liefere auch die Molkereigenossenschaft Pleystein ihre Milch an Bayernland, informierte Meier.

Bayernland-Hauptgeschäftsführer Gerhard Meier.

Eine Reihe von Investitionen am Standort Regensburg sei nun weitgehend abgeschlossen, genauso wie der Ausbau des Werks in Amberg. Letzteren Standort wolle man langfristig weiter ausbauen, kündigte Meier an. An der Schließung der Käserei in Kemnath halte man allerdings fest. „Die Schließung macht keinen Spaß“, erklärte Meier. „Doch wir können es uns nicht leisten, zu viele Standorte zu haben.“ Die Mitarbeiter würden Arbeitsplätze in der neuen großen Käserei in Bayreuth finden, die bis Ende 2021 für rund 50 Millionen Euro entstehen soll. Mit Blick nach Großbritannien erklärte Meier, er hoffe, dass der Brexit noch nicht so schnell kommt. Bayernland verkaufe jährlich 1800 Tonnen Milchprodukte an England. „Und die will ich gerne auch weiterhin dort verkaufen.“

Die Domspitzmilch-Genossenschaft erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Überschuss in Höhe von fast 183 000 Euro, der größtenteils in Rücklagen gesteckt wird, erklärte Bayernland-Geschäftsführer Norbert Bauer. Mit Blick auf die steigenden Milchmengen auf dem Markt kündigte er Preisanpassungen nach unten an. Hoffnung setzt Bauer auf den Start der Mozzarella-Saison in den Sommermonaten. Bayernland stellt mit zehn Prozent ein gutes Stück der deutschen Mozzarellamenge her.

Bayernland-Geschäftsführer Norbert Bauer.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.