11.02.2019 - 16:41 Uhr
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Keine eigene Psychiatrie am Uniklinikum

Die Debatte um Vollausbau der Regensburger Universitätsklinik hatte für Verunsicherung bei Kooperationspartnern gesorgt. Am Montag sorgt der Wissenschaftsminister für Klarheit.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (rechts) und der Oberpfälzer Bezirkstagspräsident Franz Löffler demonstrierten bei der Pressekonferenz Einigkeit.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Die Uniklinik Regensburg ist der einzige medizinische Maximalversorger Ostbayerns, wurde aber bis heute nicht voll ausgebaut. Die Bereiche Psychiatrie, Gynäkologie und Orthopädie werden mit anderen Kliniken als Kooperationspartner abgedeckt. Als jüngst die Debatte über den Vollausbau der Uniklinik wieder aufflammte, sorgte das für Unruhe bei den Partnern. Zumindest für die Psychiatrie gab Wissenschaftsminister Bernd Sibler am Montag in Regensburg ein deutliches Signal.

„Wir werden keine eigene Psychiatrie am Uniklinikum aufbauen“, sagte Sibler (CSU) bei einer Pressekonferenz am Bezirksklinikum Regensburg. Man müsse auf teure Parallelstrukturen verzichten. Zudem müssten die Interessen der Kooperationspartner berücksichtigt werden. Gefragt nach dem Stand möglicher Gespräche zum Vollausbau der Uniklinik, reagierte Sibler zurückhaltend. Er wolle das Thema nicht zu hoch aufhängen. „Es ist noch viel zu tun.“ Im Dezember vergangenen Jahres war der Wissenschaftsminister in einem Medienbericht mit den Worten zitiert worden, das Thema Vollausbau der Uniklinik Regensburg werde in dieser Legislaturperiode „sicher zu besprechen sein“.

Am Bezirksklinikum Regensburg sorgte Siblers Botschaft am Montag für Erleichterung. Dort sind drei Lehrstühle der Uniklinik ausgelagert: Neben der Psychiatrie und der Neurologie auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Für letztere war im vergangenen Sommer der erste Lehrstuhlinhaber vorgestellt worden. Mit über 1,2 Millionen Euro unterstützt der Bezirk den Lehrstuhl in den ersten sechs Jahren. Diesen Umstand stellte am Montag auch Bezirkstagspräsident Franz Löffler (CSU) heraus. Sibler zeigte sich dankbar für die Stiftungsprofessur.

Löffler betonte, dass die Bedeutung der Psychiatrie zunehme und Behandlungsmethoden auch bei den Menschen ankommen müssten. Die Kliniken und Ambulanzen der „Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz“ (Medbo) würden sich an sechs Standorte verteilen und somit flächendeckend Angebote unterbreiten. Amberg, Cham, Parsberg, Regensburg, Weiden und Wöllershof heißen die Standorte. Es gehe darum, universitäre Medizin auf höchstem wissenschaftlichem Standard in der Fläche anbieten zu können. In den nächsten fünf Jahren werde die Medbo weitere 120 Millionen Euro in ihre Einrichtungen investieren, kündigte Löffler an. Auch vor diesem Hintergrund sei es wichtig, „dass wir Stabilität vereinbaren“.

Bei allem Lob für die vorhandenen Strukturen stellten Sibler und Löffler gemeinsam eine Neuerung vor. So soll es auf dem Gebiet der Neurologie künftig eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen dem Bezirksklinikum und der Uniklinik geben. Löffler führte das Beispiel eines Patienten an, der in der Notaufnahme der Uniklinik Regensburg ankommt und bei dem nicht klar ist, ob er einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten hat. Es müsse sichergestellt sein, dass für eine optimale Diagnose dann auch ein Neurologe vor Ort ist. Es gebe hier bereits eine Zusammenarbeit, die aber nun verstärkt werde, sagte Medbo-Chef Dr. Helmut Hausner.

Nicht Thema waren am Montag die Kooperationsvereinbarungen der Uniklinik Regensburg für die ebenfalls ausgelagerten Bereiche Gynäkologie und Orthopädie. Hierfür arbeitet die Uniklinik mit dem Caritas-Krankenhaus St. Josef und der Klinik St. Hedwig in Regensburg sowie mit dem Asklepios-Klinikum in Bad Abbach zusammen.

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