03.06.2019 - 18:47 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Keine Grenze für schlaue Köpfe

Bayerische und tschechische Hochschulrektoren vernetzen sich bei einem Treffen in Regensburg. Die beiden Nachbarländer wollen einen besonderen "Rohstoff" künftig noch stärker fördern: den Hirnschmalz.

Regensburgs Unipräsident Udo Hebel (rechts) begrüßte die Teilnehmer des Hochschultreffens im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Es ist das bislang größte Treffen bayerischer und tschechischer Hochschulrektoren: Am Montag und Dienstag kommen 26 Hochschulvertreter in Regensburg zusammen, um sich auszutauschen und die Zusammenarbeit zu vertiefen. Bürgermeister Jürgen Huber empfing die Teilnehmer am Montagnachmittag im geschichtsträchtigen Kurfürstenzimmer. Er machte die Bedeutung der Hochschulen für die Entwicklung von Regionen deutlich.

Regensburg habe sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer "etwas bedeutenderen kleinen Großstadt" mit hoher Lebensqualität und prosperierender Wirtschaft entwickelt. Das sei ohne die Sogwirkung der Hochschulen nicht möglich gewesen.

Die Universität Regensburg verstehe sich als transnationale Drehscheibe mit Kontakten in die ganze Welt, sagte Unipräsident Udo Hebel. Die Dichte, mit der die Universität mit den tschechischen Hochschulen verbunden sei, sei aber etwas Besonderes. Es gebe sehr gute Beziehungen zu Mittel- und Osteuropa. Hebel verwies auch auf das Angebot des zweisemestrigen Zusatzstudiums "Bohemicum" an der Uni Regensburg. Darin werden tschechische Sprachkenntnisse sowie Kulturkompetenzen für Tschechien vermittelt.

Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, betonte die Bedeutung der 2016 an der Uni Regensburg angesiedelten Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur (BTHA). Mit dieser Einrichtung sei die akademische Zusammenarbeit "auf eine ganz andere Ebene gestellt und professionalisiert worden". Die Agentur habe viele neue Impulse gegeben und sei als Brückenpfeiler in der grenzüberschreitenden Hochschularbeit nicht mehr wegzudenken.

Projektmanagerin der Hochschulagentur ist Radka Bonacková. "Regensburg schlägt eine immer festere Brücke nach Tschechien", sagte sie. Die bilaterale Zusammenarbeit sei nicht selbstverständlich und auch nicht immer ganz einfach, räumte sie ein. Wichtig sei die Unterstützung aus der Politik. Die Förderprogramme der BTHA reichen von Stipendien für Studienaufenthalte über Sprachkurse bis zu Forschungsverbünden mehrerer Universitäten und Hochschulen in Bayern und Tschechien.

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erklärte Bonacková, die Aufgabe der Hochschulagentur sei es, das Netzwerk sowohl im Studierendenaustausch als auch im Forschungsbereich noch dichter werden zu lassen. Dafür gelte es, Veranstaltungen abzuhalten, Fördermöglichkeiten auszuschöpfen und Beratung anzubieten. Ziel sei es, dass es in sämtlichen bayerischen und tschechischen Hochschulen an möglichst allen Fakultäten Studenten und Wissenschaftler gibt, die bereits im jeweils anderen Land studiert oder gelehrt haben - und zumindest zum Teil auch die Sprache des Nachbarlandes beherrschen. Viele Kooperationen seien heute, 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bereits weit fortgeschritten, erklärte Bonacková. Die Zusammenarbeit insgesamt bezeichnete sie als "ausbaufähig".

Ihr Arbeitstreffen legten die Hochschulrektoren ebenfalls an einen bedeutenden Ort: Im Veranstaltungssaal der neuen Synagoge tauschten sie sich am Abend über gemeinsame Studienangebote und bilaterale Projekte in der Lehre aus. Heute stehen noch Gespräche zu möglichen Kooperationen und Besuche an der Uni und der OTH Regensburg an.

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