Regensburg
12.10.2018 - 15:04 Uhr

Künstler zwischen den Welten

László Fehér malt mal realistisch, mal flächig, aber stets großformatig. Seine Werke stellt er derzeit unter dem Titel "Metaphysical Spaces" in der Regensburger Galerie Andrea Madesta aus.

Der Künstler László Fehér stellt in der „Galerie Andrea Madesta“ aus. Bild: wsu
Der Künstler László Fehér stellt in der „Galerie Andrea Madesta“ aus.

Die Bilder von László Fehér wirken nostalgisch. Strandansichten im Gegenlicht und elegante Damen mit klassischen Kleidern und großen Sonnenbrillen: All dies lässt an Fotografien aus den 1950er-Jahren denken, oft an Urlaubsaufnahmen. Doch der nicht ganz greifbare Eindruck, den die Bilder des ungarischen Malers trotz alledem hinterlassen, zeigt: Da gibt es so einiges, was verwirren soll.

Da sind zunächst die Formate, die nicht nur jedes Urlaubsalbum sprengen würden, sondern auch die meisten Rahmenflächen. Um eines der Ölgemälde László Fehérs aufzuhängen, braucht es schon mehr als eine gewöhnliche Wohnzimmerwand. Ob kreisrund oder rechteckig: Mindestens zwei auf zwei Meter Platz nehmen die Bilder auf jeden Fall ein. Darüber verfügt zumindest Andrea Madesta. In ihrer Regensburger Galerie zeigt sie derzeit rund 30 Gemälde László Fehérs. "Metaphysical Spaces" - der Titel der Ausstellung bringt die geradezu surreale Ausstrahlung der Arbeiten auf einen gemeinsamen Nenner. Denn in der Tat: László Fehérs Bilder wirken wie aus einer anderen Welt.

Da ist die Dame, die an einer Brüstung lehnt und in die Ferne schaut. Dort, wo man nun einen malerischen Blick erwartet, entschied sich Fehér für eine monochrome blaue Fläche. "Einzelne Bildelemente changieren zwischen Abstraktion und nahezu fotorealistischer Perfektion", so beschreibt der Begleittext diesen Wechsel zwischen den unterschiedlichen Darstellungsformen.

Auffallende Elemente bei Fehérs Arbeiten sind vor allem Licht und Stille. Die bevorzugte Tageszeit des Malers ist die Dämmerung, das ist an seinen Bildern deutlich zu erkennen. Doch selbst, wenn Autos in einer tiefen Straßenschlucht von den letzten Sonnenstrahlen gestreift werden, scheint das Bild jegliches Geräusch zu verschlucken.

Auch der junge Mann, der alleine auf einer Parkbank sitzt, ist umgeben von Stille und ganz besonderem Licht: Zwei überdimensionale Laternen sorgen für gleißende Helligkeit in der ansonsten tiefdunklen Szenerie. Das Bild wirkt poetisch - trotz der Neonlampen und dem Mobiltelefon in der Hand des Mannes. Denn da ist wieder dieser unwirkliche Aspekt. Die Bilder Fehérs verwirren. Sie stammen wohl tatsächlich aus "metaphysischen Sphären".

Die Ausstellung:

Die Ausstellung läuft bis Samstag, 3. November, in der Galerie Andrea Madesta, (Wahlenstraße 3, Regensburg). Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag (11 bis 18 Uhr) sowie Samstag (10 bis 15 Uhr). Weitere Infos unter der Telefonnummer 0941/89939801 oder im Internet unter www.galerie-madesta.de.

 
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