02.01.2020 - 17:32 Uhr
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Mittendrin in der Theater-Szene

Sie hilft bei Regie und Dramaturgie: Eva-Maria Eiberger ist Oberpfälzer Laienspielberaterin.

Eva-Maria Eiberger bei der Regiearbeit.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Seit einem Jahr ist Eva-Maria Eiberger Laienspielberaterin für den Bezirk Oberpfalz. Bevor sie zum Bezirk wechselte, leitete sie am Theater Regensburg zwei Jahre lang das Künstlerische Betriebsbüro. "Das war mir allerdings zu weit weg vom eigentlichen Geschehen. Ich wollte wieder zurück an die Bühne." Und jetzt, sagt sie, ist sie mittendrin: "Ich darf direkt mit den Leuten arbeiten, die meine Profession und Leidenschaft als Hobby ausüben."

Die 35-Jährige war jahrelang an der Oper engagiert und kommt aus dem Musiktheater; später arbeitete sie als Regie-Assistentin unter anderem in Regensburg. Sie ist zuständig für das Kursangebot, leitet die Seminare zum Teil selbst. Die Idee: "Profis, die am Theater zu Hause sind, geben Oberpfälzer Theatergruppen Einblicke in ihre Arbeit."

Dramaturgin für Laientheater

Und das Seminar-Angebot kann sich sehen lassen: Unter anderem in Regiearbeit, Theaterpädagogik oder Stimmtechnik können sich Schauspieler fortbilden. "Wissen und handwerkliche Grundlagen können zu großen Sprüngen verhelfen - auch, wenn wir die Themen immer nur anreißen können." Außerdem vermittelt Eiberger Kontakte und ist Ansprechpartnerin für Oberpfälzer Regisseure - quasi als Dramaturgin. "An professionellen Theaterhäusern ist das ja nicht umsonst eine ganze Stelle." So ist die Laienspielberaterin dem Regisseur ein Ansprechpartner, bringt neue Ideen ein und "dreht das Konzept der Regie immer wieder nach", wie sie sagt.

Hilfe für Regisseure

Eine Handvoll Oberpfälzer Theatermacher unterstützt sie bereits regelmäßig bei der Regiearbeit. "Man kann noch so viele Beleuchtungs-Seminare mit großen Lichtanlagen absolviert haben; wenn man für die eigene Bühne nur zwei Scheinwerfer zur Verfügung hat, bringt das eher wenig." Deshalb ihr Angebot: "Wer Hilfe bei Regie, Dramaturgie oder beim In-Szene-Setzen braucht, kann einfach anrufen - dann komme ich vorbei." Denn: "Oft muss man nur eine Kleinigkeit ändern, um eine große Wirkung zu erreichen", sagt Eiberger. "Das ist typisch für's Theater."

Wie viele Laientheatergruppen es in der Oberpfalz eigentlich gibt, kann Eiberger nicht genau bestimmen - aber gespielt wird fast überall. Über diese bunte Theaterszene freut sich die 35-Jährige ganz besonders. Denn für sie gehört auch die Stärkung der Gemeinschaft zu den Aufgaben des Bezirks. "In unserem digitalen Zeitalter wird die gesellschaftliche Bildung ein wenig vernachlässigt. Und gerade beim Theater lernt man, aufeinander zu schauen und voneinander zu lernen." Was früher für viele die Großfamilie war, sei heute für den einen oder anderen vielleicht die Theatergruppe. Erreichbar ist Eva-Maria Eiberger per E-Mail an: eva-maria.eiberger[at]bezirk-oberpfalz[dot]de oder unter Telefon: 0941/9100-1386.

Vier Fragen an Eva-Maria Eiberger:

Wie kamen Sie zum Theater?

Als Kind spielte ich in Bad Kötzting bei den Waldfestspielen unter Johannes Reitmeier. Dann wechselte ich zur Regie. Mein erstes Regie-Stück war „Cats“ mit dem Cantemus-Chor – und 200 Kindern.

Was macht für Sie die Faszination am Theater aus?

Ich kann in einem kreativen gemeinsamen Prozess etwas Neues erschaffen und Geschichten erzählen, die dem Publikum neue Gedanken eröffnen können. Das finde ich toll.

Können Sie unbefangen ins Theater gehen?

Ich gehe nicht nur mit der Erwartung, unterhalten zu werden ins Theater. Ich denke immer über das Konzept nach und suche die Ebene dahinter. Aber wenn das Stück gut ist und ich direkt reingezogen werde, kann ich das abschalten.

Was sollten sich Theatergruppen zu Herzen nehmen?

Man kann den Zuschauern mehr zutrauen, als man denkt. Regel Nummer eins: Das Publikum ernst nehmen.

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