Für Aufsehen haben knapp 20 junge Leute gesorgt, die am Samstagnachmittag teils fast nackt durch die Regensburger Altstadt zogen. Sie demonstrierten mit ihrer ungewöhnlichen Aktion gegen das Tragen von Pelz.
Hektisches Treiben herrschte am letzten Samstag vor Weihnachten in den Regensburger Gassen. So mancher Passant musste zwei Mal hingucken, um zu glauben, was er da sah. Mit Lautsprechern und Plakaten in der Hand marschierten die Demonstranten teils nur in Unterhosen bekleidet durch die Menschenmenge. „Lieber nackt als Pelz“ skandierten sie.
Aufmerksamkeit war dem Grüppchen auf jeden Fall sicher. Die Leute griffen eifrig nach den Flyern, die die Demonstranten verteilten – um zu erfahren, was es mit dem Protest auf sich hat. Einige zückten ihr Handy, um den freizügigen Demozug abzulichten. Glück hatten die Tieraktivisten mit dem Wetter: Ihren Nacktlauf absolvierten sie bei zehn Grad plus und ohne Regen. Trotzdem waren bei der Rückkehr am Arnulfsplatz heißer Tee und vor allem die eigenen Kleider sehr begehrt.
Aufgerufen zu dem Protest hatte Mandy Hübner, Vorsitzende der Gruppe „Tierrechte-Aktiv Regensburg“. Sie kritisiert, dass es seit einigen Jahres wieder schick und trendy sei, Pelz zu tragen. Die Pelzbranche boome und finde ihren Hauptabsatz in Deutschland und den USA. „Vielen Konsumenten sind sich nicht mal bewusst, dass sie Echtpelz kaufen und tragen“, sagt Hübner. Die Produktion von Pelz sei jedoch „unendlich grausam“. Bis zu 85 Prozent aller Felle für die Pelzindustrie würden von Tieren stammen, die zusammengepfercht auf Pelzfarmen gehalten werden. Für den Pelzhandel gezüchtet würden vor allem Nerze und Füchse, aber auch Chinchillas, Luchse, Kaninchen, Hunde, Katzen und Hamster. Der weltweit größte Pelzexporteur sei China, wo es kaum Tierschutzbestimmungen oder Kontrollen auf den Pelzfarmen gebe, mahnt die Tierschützerin.













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