18.10.2021 - 18:04 Uhr
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Neu: Lehramtsstudium für Sonderpädagogik

Wer in Bayern Lehramt für Sonderpädagogik studieren wollte, musste bislang nach München oder Würzburg gehen. Ab diesem Wintersemester wird der Studiengang auch an der Universität Regensburg angeboten. Das Interesse ist groß.

Das Institutsgebäude für das Lehramtsstudium für Sonderpädagogik steht in der Sedanstraße.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Befürchtungen, dass die 120 Studienplätze nicht alle besetzt werden könnten, erfüllten sich nicht. Die Sorge war entstanden, da im vergangenen Jahr in München nicht alle Studienplätze für das Sonderpädagogik-Lehramt belegt wurden. In Regensburg war der Andrang in diesem Wintersemester hingegen groß. Fast 400 Bewerbungen gingen ein, es musste ausgesiebt werden.

Die Studierenden, die einen Platz ergattert hatten – überwiegend sind es junge Frauen –, wurden zum Start des neuen Studiengangs am Montag nicht nur von Uni-Präsident Udo Hebel, sondern auch von Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) begrüßt. „Sie sind unsere Pioniere“, sagte Sibler. Der Bedarf an Sonderpädagogen sei stark angestiegen. Deshalb sei es in der Vergangenheit zu quantitativen Problemen und Lehrerversetzungen gekommen. Gymnasial- und Realschullehrer wechselten teils in die Sonderpädagogik. Man erhoffe sich, dass der Bedarf durch den dritten Standort in Bayern künftig mit einem grundständigen Studium erfüllt werden könne.

Sibler betonte, dass das Wintersemester wieder in Präsenz stattfinde. Das sei gerade für pädagogische Studiengänge wichtig, in denen erlernt werde, dass es oft auf Zwischentöne ankommt. Uni-Rektor Hebel sagte, der neue Studiengang sei gesellschaftspolitisch von hoher Relevanz. Er freute sich, dass drei Lehrstühle für das Lehramt Sonderpädagogik bereits 2020 in einem Zug besetzt werden konnten. Ein vierter Lehrstuhl solle künftig noch hinzukommen.

Bei der Auftaktveranstaltung stellten sich die Lehrstuhlinhaber Professor Wolfgang Dworschak (Pädagogik bei geistiger Behinderung), Professor Markus Gebhardt (Lernbehindertenpädagogik) und Professor Bernhard Rauh (Pädagogik bei Verhaltensstörungen) vor. Alle drei lehren auch inklusive Pädagogik. Sie haben den Lehr- und Forschungsbetrieb an der Universität Regensburg seit April 2020 aufgebaut. Das Institutsgebäude steht in der Sedanstraße im Stadtosten.

Im Studium steht die schulische Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten, Verhaltensstörungen oder geistiger Behinderung im Mittelpunkt. Es geht um die Frage, wie Bildungs- und Erziehungssituationen gestaltet werden können, um die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung von allen Kindern und Jugendlichen optimal zu fördern.

Das Studium dauert in der Regel neun Semester. Neben dem Erwerb der Fachkompetenz sei die persönliche Entwicklung der Studierenden sehr wichtig, sagte Dworschak. In den ersten Semestern geht es um die Grundlagen, dann steht Praxiserfahrung an den Partnerschulen an, im dritten Abschnitt werden theoretische und praktische Erkenntnisse zusammengeführt.

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Bayern
Bereits im vergangenen Jahr begrüßte Uni-Präsident Udo Hebel (von links) die neu berufenen Professoren für Sonderpädagogik, Wolfgang Dworschak, Bernhard Rauh und Markus Gebhardt an der Uni Regensburg. Nach dem Aufbau des Studiengangs kommen nun die ersten Studierenden.
Hintergrund:

Lehramt Sonderpädagogik

  • Das Studium dauert in der Regel neun Monate und endet mit der Ersten Staatsprüfung.
  • Ein zwei Jahre dauerndes Referendariat schließt sich an, am Ende wird die Zweite Staatsprüfung abgelegt.
  • Im Zentrum steht die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten, Verhaltensstörungen oder geistiger Behinderung.
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