18.10.2018 - 19:55 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Noch mehr Touristen im Oberpfälzer Wald erschwünscht

Volle Gaststätten im Bayerischen Wald, einsame Wanderwege in der Oberpfalz. Doch kann die Region nördlich von Furth im Wald nicht genau davon profitieren?

Ulrike Eberl-Walter, Pressesprecherin des Tourismusverbands Ostbayern, erläutert auf dem Arber die umliegenden Gipfel.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Mit dem Goldsteig hat die Oberpfalz die Chance, den Tourismus anzukurbeln. Das sagt Ulrike Eberl-Walter, die beim Tourismusverband Ostbayern für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Denn noch immer liegt der Oberpfälzer Wald hinter seinem großen Bruder, dem Bayerwald, zurück.

1,9 Millionen Gäste kamen im vergangenen Jahr in den Bayerischen Wald. Im Oberpfälzer Wald waren es nur 1,1 Millionen Gäste. Für Eberl-Walter ist das trotzdem eine erfreuliche Zahl. Einige Hotels, wie die Hollerhöfe in Waldeck (Kreis Tirschenreuth), hätten in ihre Qualität investiert, ein paar neue sind entstanden. "Das spürt man auch in den Zahlen", so Eberl-Walter.

Goldsteig als Chance

Unter anderem zieht der Goldsteig, ein Wanderweg von Marktredwitz nach Passau mit vielen Querverbindungen zum Zlatá Stezka in Böhmen, Touristen an. Der Tourismusverband wirbt kräftig für den 660 Kilometer langen Qualitätswanderweg. "Mit dem Goldsteig haben die Oberpfälzer gute Chancen, sich dranzuhängen", findet die Pressesprecherin des Verbands. Außerdem entwickelt der Verband gerade einen Oberpfälzer Waldradweg, um den Fahrradtourismus zu lenken, verrät Eberl-Walter. Auch die Holzkugel am Steinberger See (Kreis Schwandorf) werde Touristen anlocken. Dennoch gibt es im Oberpfälzer Wald noch Orte, "an denen man für sich sein kann" - etwa den Nurtschweg entlang des Grenzkamms von Kappl nach Waldmünchen. "Die Oberpfalz ist eine Region zum Entdecken."

Weniger einsam ist es oft im Bayerischen Wald. Vor allem an den Wochenenden ist dort viel los. Bei schönem Wetter müssen am Sonntagmittag manche Gäste des Lokals "Arberseehaus" zwei Stunden auf einen Tisch warten, berichtet Andreas Stadler. Er ist bei der Arber-Bergbahn für das Gasthaus verantwortlich. Trotzdem könnte die Region noch mehr Besucher vertragen, findet Eberl-Walter.

Freie Kapazitäten

Vor allem in den Faschingsferien seien sehr viele Hotels ausgebucht, sagt die Pressesprecherin einerseits. "Das ist Familienurlaubszeit." Andererseits könnte es in der Branche für viele noch besser laufen. Denn außerhalb der Ferienzeiten seien viele Quartiere nicht ausgebucht. Das Ziel des Verbands sei saisonunabhängiger Tourismus. Mit einem eigenen Online-Buchungsservice hilft der Verband den Hotels deshalb beim Ausspielen ihrer Angebote. Auch viele Oberpfälzer Häuser machen mit.

Außerdem spezialisiere sich die Arber-Region auf Familien und bemühe sich um barrierearme Unternehmungen. Zum Beispiel wurde der Spazierweg um den Großen Arbersee geebnet. So können ihn auch Besucher mit Kinderwägen und Senioren besser nutzen.

In den Bayerischen Wald kommen vor allem Urlauber, die sich erholen wollen - beim Wandern, Radfahren, Skifahren oder in einer Therme. 4,3 Tage bleiben sie im Durchschnitt. Die meisten sind aus Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Österreich, Tschechien und den Niederlanden. Andere, internationale Gäste interessieren sich eher für größere Städte wie Regensburg oder auch Passau - Laut Ulrike Eberl-Walter verbringen sie dort aber nur ein bis zwei Tage.

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