21.02.2021 - 18:08 Uhr
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Oberpfalz: IG Metall rüstet sich für Streiks

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie steuert auf Warnstreiks zu. Auch die IG Metall Regensburg bereitet ab 2. März Aktionen vor, Wichtig dabei: die Einhaltung der Corona-Regeln.

Jürgen Scholz, Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Die Fronten sind verhärtet: Während die IG Metall Bayern eine Lohnsteigerung von vier Prozent fordert, sehen die Arbeitgebervertreter vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM) mit Verweis auf die schwierige Corona-Lage in diesem Jahr eine Nullrunde vor. Sie haben erst für 2022 im ersten Halbjahr eine Einmalzahlung und im zweiten Halbjahr eine Anhebung der Entgelttabellen angeboten.

Das sei „kein tragfähiges Angebot“, sagte Jürgen Scholz, Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, am Donnerstagabend nach einer digitalen Tarifkonferenz mit Betriebsräten und Vertrauensleuten in der Region. Im Gegenteil: Die Arbeitgebervertreter hätten mit ihrem Angebot verknüpft, dass Betriebe bei bestimmten Bilanzzahlen ohne lange Nachverhandlungen mit der IG Metall automatisch vom Tarifvertrag abweichen können, etwa beim Weihnachts- und Urlaubsgeld. „Das kann für die Arbeitnehmer einen Verlust bedeuten und würde das Rad der Zeit zurückdrehen“, sagte Scholz.

Der Arbeitgeberverband argumentiert, dass im Januar 2021 noch 125 000 Beschäftigte in der Metall- und Elektrobranche in Bayern in Kurzarbeit waren und zahlreiche Unternehmen mit Problemen in der Materialversorgung zu kämpfen hätten. Die Corona-Pandemie werde die Firmen weiterhin belasten. Deshalb sei die Forderung von vier Prozent Lohnerhöhung „utopisch“.

Scholz hielt dagegen, dass hiesige Betriebsräte davon berichten, dass es wieder mehr Arbeit, Samstagsschichten und einen Einsatz von Leiharbeitern gebe. „Sie spüren, dass es wieder aufwärts geht.“ Jörg Hofmann, Vorsitzender der IG Metall, der an dem digitalen Treffen in Regensburg teilgenommen hatte, verwies darauf, dass es 2018 die letzte Tabellenerhöhung gegeben habe, man wolle nun mindestens einen Inflationsausgleich erreichen und ein Volumen für Beschäftigungssicherung. „Einkommen und Kaufkraft sollen stabil bleiben, das ist vernünftig und angemessen, nicht utopisch“, betonte er.

Am 1. März läuft die Friedenspflicht in den aktuellen Tarifverhandlungen aus. Für die Zeit danach seien bei der IG Metall Regensburg Streiks in Planung, erklärte Scholz. Geplant sei eine 0-Uhr-Nachtschicht-Aktion direkt am 2. März. In der Folge sollen tägliche Aktionen stattfinden, kündigte er an. Wichtig sei, dass alle Streiks unter Einhaltung der Corona-Hygienemaßnahmen ablaufen. Dafür stehe er in Kontakt mit den zuständigen Ämtern. Auch eine Sternfahrt und digitale Formate für die Kollegen, die im Home-Office arbeiten, seien geplant. Die IG Metall Regensburg ist in der Oberpfalz zuständig für Stadt und Landkreis Regensburg sowie für die Kreise Cham, Schwandorf und Neumarkt.

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