Podcast "Unheard": Aus dem Menschenhandel in die Oberpfalz

Regensburg
19.10.2022 - 09:58 Uhr

Entführt, vergewaltigt und gefoltert. Nigerianische Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden, mussten durch die Hölle gehen, bis sie in Ankerzentren in der Oberpfalz ankommen. Doch in Sicherheit sind sie dort immer noch nicht.

Der Weg der Mädchen und jungen Frauen führt vom Süden Nigerias über die Sahara und das Mittelmeer nach Italien, manchmal auch bis in den Norden Deutschlands.

Sie wurden entführt, gefoltert, vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen und mental gebrochen. Sie wollten der Armut entfliehen, hofften auf ein besseres Leben in Europa und gingen dafür einen Pakt mit dem Teufel ein.

Zwangsprostitution mithilfe von Voodoo-Zaubern

Sie - das sind Frauen und junge Mädchen aus Nigeria, die oft schon in ihrer Heimat sexuelle Gewalt erlebten. Sie sind leichte Opfer für Menschenhändler. Diese schleusen sie für viel Geld über das Mittelmeer nach Italien oder Spanien. Dort sollen sie arbeiten, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Diesen Pakt besiegeln sie mit Voodoo-Zaubern und Drohungen – wenn eine Frau sich widersetzt wird ihre Familie in Nigeria umgebracht. Doch anders als versprochen, wartet auf die Frauen in Europa kein gut bezahlter Job in einem Hotel oder Friseursalon, stattdessen müssen sie ihren Körper auf der Straße oder in schmuddeligen Bordellen verkaufen.

Maffia, Madams, Mädchen

Ihre Situation scheint aussichtslos. Einige Frauen zerbrechen daran, andere nehmen ihr Schicksaal hin und arbeiten sich zu sogenannten Madames hoch und werben neue Opfer an. Nur wenige haben den Mut sich aus der Zwangsprostitution zu befreien. Diese Frauen fliehen nach Deutschland, suchen Schutz in Ankerzentren, auch in der Oberpfalz. Doch auch dort leben sie in ständiger Angst vor Abschiebung, vor der Nigerianischen Mafia und davor, dass die Vergangenheit sie einholt. Sie hoffen in Deutschland auf Hilfe für sich und ihre Kinder, doch auf den Behördendschungel und die Abneigung gegenüber Ausländern sind sie nicht vorbereitet.

Solwodi - Solidarität mit Frauen in Not - ein Verein in Regensburg, hat es sich zur Aufgabe gemacht diesen Frauen zu helfen. Im Podcast "Unheard" berichten die drei Mitarbeiterinnen über die tragischen Schicksale der Frauen und deren Herausforderungen in der Oberpfalz. Anhand von realen Beispielen zeichnen sie den grauenvollen Weg der Opfer von Nigeria nach Deutschland nach.

Info:

Podcast Werkstatt

Die "Podcast-Werkstatt" ist ein Projekt junger Journalistinnen und Journalisten von Oberpfalz-Medien und besteht aus mehreren Podcast-Serien zu unterschiedlichen Themen. Alle zwei Wochen, immer mittwochs, erscheint eine neue Folge.

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