27.07.2018 - 18:27 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Porträt des neuen IHK-Präsidenten Michael Matt

Der neue IHK-Präsident Michael Matt kommt aus einem Familienunternehmen und setzt auf Zusammenarbeit. Priavt setzt er gerne Segel.

Der neue IHK-Präsident Michael Matt (links) mit IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Der neue Präsident der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim ist erfolgreicher Optik-Unternehmer und möchte den hiesigen Wirtschaftsraum aktiv mitgestalten. Privat geht Michael Matt, verheiratete Familienvater zweier erwachsener Kinder, gerne segeln und ist bei der Feuerwehr engagiert. Das war bei der Vorstellung des frisch gewählten Präsidenten zu erfahren.

Als Geschäftsführer von Matt-Optik mit Sitz in Regensburg ist der 59-Jährige Chef von 450 Mitarbeitern und 30 Auszubildenden in 86 Filialen. Über Bayern hinaus bietet sein Unternehmen Brillen, Kontaktlinsen und Hörgeräte an. Geprägt hat ihn sein Elternhaus und das Familienunternehmen. Nach Ausbildung und Studium zum Augenoptiker in Berlin trat Matt 1986 ins elterliche Unternehmen ein. 1996 übernahm er die Firma und baute sie zusammen mit seiner Frau Birgit - "uns gibt es nur im Doppelpack" - weiter aus.

Nicht immer war er der IHK so eng verbunden wie heute, räumte Matt ein. Doch Gespräche mit Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes hätten ihm aufgezeigt, wie wichtig die Kammer mit ihren kompetenten Mitarbeitern für die Betriebe sei. "Im Tagesgeschäft gäbe es noch mehr Möglichkeiten, die IHK zu nutzen, als es viele Unternehmer tun", glaubt Matt. Seit 2011 ist er Mitglied der IHK-Vollversammlung, des IHK-Gremiums Regensburg und des Handelsausschusses. Dennoch habe er zunächst gezögert, als Helmes ihn fragte, ob er sich vorstellen könnte, das Präsidentenamt zu übernehmen. Das Amt wird ehrenamtlich ausgeführt, verschlingt aber erfahrungsmäßig doch viel Zeit. "Ich hatte die ein oder andere schlaflose Nacht", sagte Matt. Nach Gesprächen mit seiner Familie und dem Führungsteam seines Unternehmens habe er sich schließlich dafür entschieden. In seiner Firma wolle er seine Aufgaben zunehmend vom operativen aufs strategische Geschäft verlegen.

Den Clubmeisterposten im Rotary Club hat Matt mit Blick aus das neue Amt bereits abgegeben. Nicht aufgeben würde er seine Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr. "Das steckt zu tief in mir." Einmal im Jahr geht Matt segeln, auch das Kochen gehört zu seinen Hobbys. Matt beschreibt sich als Menschen, der gegen zu viele Regularien ist. Das macht sich auch bei seiner persönlichen Einstellung zu Ladenöffnungszeiten bemerkbar. Er würde gerne jeden Ladenbesitzer frei entscheiden lassen, wie lange er sein Geschäft öffnet. Das funktioniere anderswo auf der Welt auch.

Insbesondere für den Handel sei es wichtig, "enger zusammen zu rücken, um die Weichen richtig zu stellen", sagte Matt. Trends wie die Digitalisierung sieht er nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung und Chance: Die Kaufgewohnheiten hätten sich durch das Internet zum Beispiel so geändert, dass Kunden sich heute öfter eine Brille zulegen, wenn auch vielleicht günstigere Modelle. Um gegen die Konkurrenz aus dem Netz bestehen zu können, setzt Matt auf "Emotionen und Service". Die IHK sieht Matt mit ihren sieben Geschäftsstellen im Bezirk und dem Büro in Pilsen gut aufgestellt. Die Kammer pflege die Nähe zu den Mitgliedern. Im Herbst werde er die Gelegenheit haben, sich in allen IHK-Regionen vorzustellen. Am 7. November sollen in einem Workshop mit Unternehmern die Themen-Schwerpunkte der IHK für die nächsten fünf Jahre erarbeitet werden.

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