Grüne, rote, gelbe und blaue Luftballons mit einem Durchmesser von über einem Meter schweben von der Bühne aus über das Gelände. Derjenige, der sie abschickt, möchte damit ein kleines Zeichen der Hoffnung setzen: Rea Garvey will die Welt verbessern. Diese Botschaft streut er in sein Konzert ein, zu dem am Freitagabend rund 3500 Besucher auf das Gelände von Schloss Pürkelgut gekommen sind.
Die "Neon-Summer-Tour", benannt nach dem neuesten Album, führt den in Deutschland lebenden Iren zu einem Open-Air nach Regensburg. Mit Sonnenbrille kommt er auf die Bühne und eröffnet das Programm mit den aktuellen Hits "Kiss me" und "Beautiful life". Die Fans jubeln ihm von Anfang zu, sind begeistert von dem 46-Jährigen und seiner Musik. Er erzählt ihnen, dass er schon mal in Regensburg war und davon eine irische Kneipe in bester Erinnerung behalten hat. Einprägsam verläuft auch der weitere Abend. Garvey spielt ältere Erfolgsnummern und auch neue Songs wie "Is it love?", die es in die Charts geschafft haben und jeder kennt. Dazwischen ergreift er mehrfach das Wort. Dass alle Menschen ein schönes Leben vor sich haben können, dazu will er beitragen - sagt er. Ausgelöst durch das Engagement seiner bald 14-jährigen Tochter stellt er sich deswegen auf die Seite der Klimaschutzbewegung. Er lässt auf der Bühne zwei Regensburger Friday-for-Future-Aktivisten namens Joshua und Marleen für ein paar Minuten zu Wort kommen, riskiert damit einen Stimmungsknick und singt dann "Through the eyes of a child". "Jetzt trag ich meinen Plastikbecher zurück, weil ich ein schlechtes Gewissen hab'", sagt einer in den vorderen Reihen zu seinen Nachbarn, bevor er ein paar Minuten später mit Nachschub zurückkehrt: "Aber ohne Plastikbecher gibt's hier halt kein Bier." Auf die an dieser Stelle gestartete XXL-Luftballon-Aktion mit "Love someone" folgt das leisere "Tonight" aus der Reamonn-Zeit, bei dem sich Rea Garvey selbst auf der Gitarre begleitet.
Gegen Ende des Konzerts, das manchen Besuchern doch viel zu früh naht, legt er nochmals eine Schippe drauf. "Run for the border" und "Wild love" bringen auch den letzten Zauderer zum Mitklatschen. Die Stimmung könnte in diesem Augenblick kaum besser sein unter dem Nachthimmel am östlichen Stadtrand von Regensburg.
Vor den Zugaben sagt er es ein letztes Mal: Es muss alles getan werden, damit die Menschen eine schöne Zeit auf der Erde verbringen können - und diese Erde auch den Nachkommen noch alle Möglichkeiten dazu lässt. Mit "Colour me in" und "Never giving up" verabschiedet sich Rea Garvey.














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