Regensburg
17.03.2023 - 13:43 Uhr
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Das sagen die Klimaaktivsten zu ihrer Klebe-Aktion in Regensburg

In Regensburg mussten Autofahrer am Freitagmorgen wieder etwas mehr Geduld beweisen. Klimakleber der „Letzten Generation“ haben sich auf einer Kreuzung nahe der Regensburg Arcaden festgeklebt.

von mib

Vor zwei Wochen hatte die "Letzten Generation" die Nibelungenbrucke blockiert. Nun folgte der nächste Protest in der Domstadt. Freitagfrüh sorgten festgeklebte Hände diesmal im Bereich der Arcaden-Kreuzung für Wut und Beschimpfungen von Autofahrern und Passanten. Ein Mann wurde nicht nur verbal ungehalten und versuchte, einen Aktivisten von der Straße zu zerren, bevor der sich festkleben konnte.

7.50 Uhr war es da. Während der übrige Verkehr auf der Kreuzung weiterfahren konnte, blickte Michael Winter aber schnell wieder in den Kühlergrill des SUV´s vor sich. Wenige Zentimeter nur hatte der Fahrer zum Klimaaktivisten gelassen. „Ich kann den Ärger der Leute gut verstehen“, sagte Winter später. Wie aber, so seine Frage, könne aktuell noch Druck aufgebaut werden auf Politik und Gesellschaft? „Die Klimakrise schreitet inzwischen schneller voran, als wir alle befürchtet haben.“

Es ist die entscheidende Frage, die die "Letzte Generation" und die Klimabewegung insgesamt schon lange umtreibt. Reden allein helfe bislang nicht, Demos hätten kaum noch Effekt, merkte Sophia Weigert von Fridays for Future an, die am Rande der Aktion stehen blieb. Sie selbst beteilige sich auch aus Angst nicht an diesen Aktionen. Angst vor den juristischen Folgen - kürzlich wurden erstmals zwei Aktivisten zu Freiheitsstrafen verurteilt - und vor den Autofahrern, die immer aggressiver auftreten würden.

Polizei war schnell vor Ort und löste bald auf

Auch vor den Arcaden musste die Polizei, die wenige Minuten nach Beginn der Blockade vor Ort war, dazwischen gehen und die aufgeheizten Gemüter beruhigen. Da solche Aktionen rechtlich als Versammlung bewertet werden, erklärte Markus Reitmeier, Pressesprecher der PI Süd, müsse ein bestimmtes Prozedere eingehalten werden. So wurden die Aktivisten im weiteren Verlauf dreimal aufgefordert, die Kreuzung freiwillig zu räumen. Personen, die laut eigener Aussage einen dringenden Arzttermin hatten, ließen die Blockierer zuvor bereits durch eine kleine Gasse passieren. Andere Autofahrer bahnten sich über den Mittelstreifen einen Ausweg. Auch von hinten her löste sich der Stau bald weitestgehend auf. Schließlich schritt die Polizei zur Tat, löste mit Öl und Holzspachtel nach und nach die Hände und brachte die Aktivisten von der Straße.

„Wir müssen uns als Gesellschaft fragen, ob wir endlich etwas ändern oder weiter machen wie bisher“, sagte der Regensburger Simon Lachner. Er hatte Mittwoch in der BR-Sendung „jetzt red i“, die Aktion ohne genauen Ort und Zeitpunkt angekündigt. „Aber weiter so, das können wir uns nicht leisten. Das ist tödlich“, sagte Lachner. Vor Ort schien das Wenige zu überzeugen. Es müsse andere Wege geben, meinten viele, nachdem sich der erste Ärger etwas beruhigt hatte. Die Einladung, zu einer der nächsten Diskussionsrunden der Protestgruppe zu kommen, wurde aber abgelehnt. „Ich habe keine Ahnung von dem Thema“, sagte ein Mann. Die Klebe-Aktionen seien aber der falsche Weg. Die "Letzte Generation" sieht dennoch ein langsames Umdenken und kündigte weitere Aktionen auch in Regensburg an. „Bis die Oberbürgermeisterin und die Bundesregierung uns unterstützen“, sagte Lachner. Als letzter der sechs Klimakleber wurde auch er nach rund einer Stunde von der Fahrbahn getragen. Die Kriminalpolizei Regensburg führt gegen die sechs Personen nun Ermittlungen wegen Nötigung.

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