Regensburg
04.08.2019 - 09:32 Uhr

Schöner Abend mit Quatsch zwischendurch

Mit seinem Programm "Fürchtet Euch nicht" kommt Hannes Ringlstetter zum Piazza-Festival. Musik von Gipsy bis Rap gibt es zu hören. Und dazwischen muss ein bisschen Quatsch sein, wie er selber sagt.

Bei Konzerten gut drauf: Hannes Ringlstetter beschert seinem Publikum einen musikalisch abwechslungsreichen und vergnüglichen Abend. Bild: Wilhelm Amann
Bei Konzerten gut drauf: Hannes Ringlstetter beschert seinem Publikum einen musikalisch abwechslungsreichen und vergnüglichen Abend.

Einem Andreas Gabalier möchte er das Genre des Heimatlieds auf keinen Fall überlassen. Hannes Ringlstetter will da schon dagegen halten und authentisch bleiben. Er singt auf der Bühne über Niederbayern, aber auch Ausflüge in die große weite Welt. Die Besucher des Piazza-Festivals vermag er damit zu faszinieren.

"So bin i" macht er im ersten Lied eine klare Ansage und kündigt schon gleich an: Für Jazz-Freunde wird dieser Open-Air-Abend nichts. Wie wohl er sich mit seiner Acht-Mann-Band so vielseitig präsentiert wie kaum ein zweiter bayerischer Liedermacher. Da gibts Gipsy bei "Bunga Bunga in Budapest", Country bei "Tennessee Whiskey" oder Hip-Hop bei "Oh Johnny" ala Jan Delay. Seine Mischung der Musikstile wirkt kurios und hält das Publikum durchwegs bei bester Laune. Kein Wunder, dass die Besucher schon beim dritten Titel alle aufstehen und mitklatschen.

Ringlstetter ist einer, der auch mal davon singt, dass er seine "Ruah" haben möchte - an diesem Abend ist das ganz sicher nicht der Fall. Er gibt Vollgas, sichtlich auch zu seiner eigenen Freude. Der 49-Jährige interpretiert einen Glückstag und erzählt auch wie er es geschafft hat, dass es während seiner Freiluftkonzerte nicht mehr regnet: Seit er nämlich den Song "Es rengt" geschrieben und mit ins Programm genommen hat. Damit er trotzdem passt, hat er ihn einfach umgedeutet: "Es reggaet" jetzt mit Gebläse, wozu mitgetanzt werden darf.

Hannes Ringlstetter bleibt selber ständig in Bewegung, physisch wie musikalisch. Da kann es durchaus auch mal einen Bruch in der Performance geben. Pädagogischen Zwecken dient sie, wie er sagt. Der Sohn eines Lehrers inszeniert eine Kindheitserinnerung: "Bei uns dahoam is Zeignis ein Familien-Großereignis" lautet der Titel, bei dem der aus dem Vorprogramm schon bekannte "Machaczek" aus Wien am Akkordeon nochmals in Szene tritt. Schon eher zum Wetter des Tages passt danach "Chilling at the Baggersee".

Und dann zieht Ringlstetter das Sakko aus und verteilt "Kappln" auf der Bühne. Es ist Zeit zum Rappen. "Fürchtet Euch nicht" heißt der Titel, der dieser Show den Namen gab. Das Motto, das so alt wie schlicht ist, verpackt Ringlstetter in eine Form des Zeitgeists.

Dann geht er erstmal, ist aber gleich wieder da. "Niederbayern" hat ja noch gefehlt und gibt's als erste Zugabe. Anschließend setzt er sich ans E-Piano zur Ballade "Manchmal". Schließlich gibt er in Anspielung auf seine ja doch ausgeprägte kabarettistische Ader zu: "Message-mäßig war dieser Abend nicht gerade überladen. Aber es war halt der Versuch eines musikalisch hoffentlich schönen Abends mit Quatsch zwischendurch." Wie wahr! "Am Dach der Welt macht der Himmel auf" heißt es im Schluss-Song "Einfach so". Damit endet dieser Versuch, den seine Anhänger als absolut gelungen bewerten. Die Resonanz aus der vollen Piazza beweist es.

 
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