23.05.2019 - 16:01 Uhr
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Siemens Regensburg stellt neuen Standortleiter Reitinger vor

Das Regensburger Siemens-Werk hat mit Robert Reitinger einen neuen Standortleiter. Der Wechsel an der Spitze erfolgt in spannenden Zeiten: Die Arbeitsabläufe verändern sich stark. Ungelernte Mitarbeiter werden qualifiziert.

Der neue Siemens-Standortleiter von Regensburg Robert Reitinger. Das Siemens-Werk in Regensburg hat sich auf die Schaltschutztechnik spezialisiert.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Robert Reitinger ist neuer Standortleiter des Siemens-Werks in Regensburg. Reitinger ist ein erfahrener Mann: Der 50-jährige Ingenieur des Maschinenwesens hatte in den vergangenen zwölf Jahren verschiedene verantwortungsvolle Fachfunktionen an den Siemens-Standorten Amberg und Regensburg inne. Zuvor arbeitete der gebürtige Oberpfälzer, der in Diendorf bei Nabburg (Kreis Schwandorf) lebt, bei Siemens Halbleiter, der heutigen Infineon AG. Reitinger folgt auf Johann Kress, der zu Siemens in Erlangen wechselte. Was die 1200 Siemens-Mitarbeiter am Standort Regensburg produzieren, beschrieb Reitinger am Mittwoch bei seiner Vorstellung so: "Wenn Sie zu Hause den Sicherungskasten aufmachen - das sind wir."

Das Regensburger Werk ist das zentrale Fertigungs- und Kompetenzzentrum für Schutzschalttechnik bei Siemens. Neben Fehlerstrom-Schutzschaltern und Leitungsschutzschaltern werden auch Brandschutzschalter hergestellt - eine Innovation, die von Regensburg ausging. Angesiedelt ist hier auch der Hauptsitz des Siemens-Geschäftsbereich "Low Voltage Products", der sich auf Produkte für die elektrische Energieverteilung in Industrie, Infrastruktur und Gebäuden spezialisiert.

Riesen-Batterie für Daheim

Stolz ist man in Regensburg auf eine Reihe neuartiger Produkte, die hier entwickelt wurden, darunter die "Junelight Smart Battery". Der fast zwei Meter hohe, schwarze, elegante Batteriespeicher ist speziell auf die Anforderungen im Eigenheim ausgelegt. Hausbesitzer können damit etwa eigenerzeugten Solarstrom speichern und selbst verbrauchen, wenn es dunkel ist. Angesichts sinkender Einspeisevergütungen gehe der Trend dahin, dass die Eigenheimbesitzer ihren Solarstrom möglichst vollständig für den Eigenverbrauch nutzen wollen, erklärte Reitinger.

Noch vor fünf Jahren sei die Mitarbeiterstruktur am Standort Regensburg ungünstig gewesen, sagte der neue Leiter. "Wir hatten zu viele Ungelernte und brauchten mehr Facharbeiter." Die Wende kam mit den Qualifizierungsklassen, die aufgebaut wurden. Innerhalb ihrer Arbeitszeit konnten die ungelernten Kräfte in zwei Jahren die Ausbildung zum Industriemechaniker absolvieren. Ein notwendiger Schritt, denn: "Die Reise geht schnell weg von der manuellen Fertigung hin zur Automatisierung." Und: "Wenn wir diese Reise nicht mitmachen, produzieren wir in Deutschland zu teuer."

Hand in Hand mit Roboter

Bei einer Führung durch das Werk wird dieser Transformationsprozess deutlich: Vereinzelt fertigen Mitarbeiter Teile noch per Hand. Doch auf dem weitaus größeren Teil der Fertigungshalle stellen Roboterarme und vollautomatisierte Maschinen Schalter und andere Komponenten her. "Die Digitalisierung verändert tiefgreifend und auf Dauer die Produktionsprozesse", stellte Reitinger klar. Von zentraler Bedeutung ist es für ihn, die Mitarbeiter in diesem Transformationsprozess mitzunehmen. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter seien neben innovativen Produkten die Garanten dafür, dass der Sprung in die Digitalisierung gelingt. Künftig wolle man den Weg der "schlanken Produktion" am Standort Regensburg konsequent weiter gehen. Das bedeutet nicht, dass Stellen wegfallen sollen. Man plane mit einer gleichbleibenden Mitarbeiterzahl, erklärte der Standortleiter.

Die Ideen der Mitarbeiter spielen für Reitinger eine wichtige Rolle. Sie können sich in der werkseigenen Ideenwerkstatt mit ihren Einfällen einbringen. Eine angstfreie, offene Mitarbeiterkultur ist Reitingers Ziel. Für die Beschäftigten ist er jeden Tag selbst präsent: Um 12 Uhr mittags kommt der Chef in die Fertigungshalle und lässt sich berichten, wie die Produktion vorankommt.

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