Die Fans warten am Samstag gespannt auf den Auftritt. Alle Blicke richten sich in Richtung Bühne. Plötzlich steht er mitten unter ihnen auf der Piazza. Ausgestattet mit Gitarre und einem Mikroständer, den ihm die Security hält, eröffnet er das Konzert von ungewöhnlicher Position aus. "You don't know" singt er an dieser Stelle, wobei sich rund herum alle Handys zum Fotografieren und Filmen auf ihn richten.
So furios geht es danach auch auf der Bühne weiter. Eineinhalb Stunden lang folgen der Reihe nach seine Erfolgsnummern: "Little in the middle", "Lean into me", "Ayo technology" und wie sie alle heißen gönnen auch dem Publikum, das begeistert mitgeht, keine Verschnaufpause. Eine Konzertbesucherin, die ihn schon zum sechsten Mal erlebt, strahlt: "Er wird immer besser!"
Für eine Zäsur in unerwarteter Form sorgt der 38-Jährige selber. Seit zehn Jahren, so berichtet er, ist er schon am Deutsch lernen. Inzwischen fühlt er sich soweit fortgeschritten, dass er zwei Titel - völlig authentisch - in deutscher Sprache zum Besten geben kann. Die "Weißen Tauben" von Johannes Oerding und "Musik sein" von Wincent Weiss hat er sich dazu ausgesucht, wobei ihm da freilich die Teilnahme an der TV-Tauschkonzert-Show "Sing meinen Song" zu Gute kommt.
Seine Lieder verbreiten gute Laune am laufenden Band. Auch die siebenköpfige Band trägt dazu bei. Bühnen-Feuerwerke brennen zwischendurch ab, Hunderte von Handy-Lampen leuchten ihm entgegen, und seine Anhänger liegen sich in den Armen: Milow hat die Herzen im Auditorium längst erreicht.
Auch andere Hits wie "Greatest expectations", "You and me" oder "Howling at the moon" dürfen da nicht fehlen. Um Zugaben lässt er sich am Ende nicht lange betteln. "Lay your worry down" in einer Lang-Version, in der sich auch Begleitsängerin Nina Babet stimmlich voll entfalten kann, setzt den Schlusspunkt unter einen stimmungsvollen, lauen Sommerabend. Dass es trocken geblieben ist, freut Milow ganz besonders und veranlasst ihn, Regensburg einen neuen Namen zu geben. Unter "Sonneburg" möchte Jonathan Ivo Gilles Vandenbroeck - wie er mit bürgerlichem Namen heißt - sein erstes Gastspiel in der Stadt in bester Erinnerung behalten.















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