12.09.2018 - 17:54 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Eine Stadt, ein Land, ein Fluss

Stadt - Land - Fluss: Im Historischen Museum fand man schnell drei Treffer für die Suchbegriffe des Kinderspiels. "Regensburg, Bayern und die Donau" - was am nahe liegendsten klingt, ist dort auch der Untertitel einer Sonderausstellung.

Ein Biergarten mit Aussicht ist ein lohnendes Ausflugziel. Das Bild erzählt über das Freizeitvergnügen im Tegernheimer Sommerkeller anno 1865.
von Susanne WolkeProfil

Regensburg.Das Regensburger Jahresthema "Stadt - Land - Fluss" hat man sich im Historischen Museum zum Anlass genommen für einen beschwingten Spaziergang durch die Stadt und ihre Umgebung - quer durch die Jahrhunderte hindurch. Bunt zusammengewürfelt sind die Schlaglichter, die die Schau auf die Stadt an der Donau wirft, die seit 1810 zu Bayern gehört. Die gezeigten Objekte reichen vom Regensburger Stadtpanorama aus dem Jahr 1950 bis zum Holzschnitt aus der Weltchronik des Hartmann Schedel, datiert auf das Jahr 1493.

Mehrere Oberbegriffe gliedern diese Schau, in der sich Regensburg einmal einfach so selbst präsentieren darf: Die Themengebiete "Identität", "Infrastruktur", "Bedrohung" und "Freizeit" geben der Ausstellung Struktur, rücken sie jedoch ab von einer chronologischen Nachvollziehbarkeit.

"Stadt - Land - Fluss" wird zwar durchgehend als Einteilung vorgenommen. Die Ideen, die den Kuratoren bei der Zusammenstellung zugefallen sind, erweisen sich aber als wesentlich breiter gestreut. Beispiel Freizeit: "Tegernheimer Sommerkeller!", "Ausflug auf der Donau!" aber auch: "Georg Britting!" Nach Manier des Unterhaltungsspiels stößt die Ausstellung die unterschiedlichsten Einfälle zu jedem Punkt einzeln und der Reihe nach hervor. Dass dabei eine heitere Biergartengesellschaft unweit hängt von einer eindrucksvollen Darstellung haufenweiser Pestkranker liegt an der Einteilung der Schau. "Freizeit" kommt hier einfach gleich nach "Bedrohung".

Bei der visuellen Darstellung kann die Präsentation aus dem Vollen schöpfen. Zeitgenössische Fotografien, Gemälde, Lithografien und dreidimensionale Stücke wie etwa ein Kaffeeservice mit Regensburger Ansichten oder ein Modell des ersten Bahnhofs sind im kollektiven Fundus reichlich vorhanden. Etliche Leihgeber, vom Historischen Verein für Regensburg über das Schifffahrtsmuseum bis hin zum Stadtarchiv stellten Objekte zur Verfügung.

Die Kuratoren der Ausstellung haben diese Schatzkiste Regensburger Erinnerungsstücke nun zu einem vielteiligen Potpourri zusammengestellt. Bunt gestreut, dabei aber übersichtlich portioniert sind die einzelnen Stationen der Schau. Dass die Ausstellung damit der Zeit angepasste Sehgewohnheiten aufgreift, ist mehr als eine vage Vermutung. Erstmals gibt es hier eine "ausstellungsbegleitende App". Diese soll einen individuellen Zugang zur Schau ermöglichen. Das heißt konkret: Informationen gibt es genug, jeder kann am Smartphone entschieden, was er für sich haben will. "Es ist das Medium unserer Jahre" begründet Doris Gerstl bei der Ausstellungseröffnung den offiziellen Einzug des Smartphones in das von ihr geleitete Historische Museum. Ansonsten vermittelt die Ausstellung Tradition: Stadt - Land - Fluss: In der Region kennt man darauf drei Antworten: "Regensburg, Bayern und die Donau."

Eine Schützenscheibe aus dem Jahr 1840 zeigt die Regensburger Seidenplantage mit einem Dampfschiff im Vordergrund.

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