Nach Streit neue Infotafel zur Regensburger „Judensau“

Regensburg
23.01.2023 - 12:41 Uhr

Am Regensburger Dom befindet sich eine antisemitische Steinskulptur aus dem 14. Jahrhundert. Die sogenannte "Judensau". Eine neue Infotafel ordnet die historische Schmähung nun ein. Sie könnte als "Regensburger Weg" Vorbild sein.

Die sogenannte "Judensau" am Regensburger Dom St. Peter.

Nach einem jahrzehntelangen Streit um die sogenannte Judensau am Regensburger Dom soll künftig eine neue Infotafel über die antisemitische Skulptur aufklären. „Die Beteiligten haben gemeinschaftlich einen Weg der Auseinandersetzung mit diesem historischen Erbe gefunden, der als „Regensburger Weg“ Vorbild für die Auseinandersetzung mit ähnlichen Schmähplastiken sein kann“, sagte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Montag bei der Enthüllung. „Die Skulptur soll alle Menschen mahnen, gegen jede Form von Propaganda, Hass und Ausgrenzung vorzugehen“, betonte der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU).

Die umstrittene Regensburger Steinskulptur stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und ist in mehreren Metern Höhe an der Fassade der Kathedrale zu sehen. Die in Richtung des damalige jüdischen Viertels gerichtete Darstellung zeigt ein Schwein, an dessen Zitzen Juden saugen. Mit solchen Reliefs wurde im Mittelalter Hass gegen jüdische Mitbürger geschürt. Nach Angaben der Stadt Regensburg gibt es in Europa in 48 Orten solche Schmähungen. In Bayern betrifft dies auch die Kirche St. Sebald in Nürnberg und die Cadolzburg ebenfalls in Mittelfranken.

Aufgrund der Diskussionen um die Regensburger „Judensau“ wurde bereits Mitte der 2000er Jahre eine Textplatte unterhalb der Skulptur angebracht. Die damalige Erläuterung wurde aber schon damals als unzureichend kritisiert.

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