14.06.2018 - 17:01 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Unterarme bleiben frei

Bayern bleibt bei sichtbaren Tätowierungen bei Polizeibeamten hart. Anders als zum Beispiel Berlin oder Baden-Württemberg lockern sie die Einstellungskriterien nicht.

In Niedersachsen dürfen Polizeibeamte nur Tätowierung haben, die von der Uniform verdeckt werden. Das ist auch in Bayern so geregelt. Bild: Holger Hollemann/dpa
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

(msh) Bayern bleibt bei sichtbaren Tätowierungen bei Polizeibeamten hart. Anders als zum Beispiel Berlin oder Baden-Württemberg lockern sie die Einstellungskriterien nicht. „Wir halten an unseren Richtlinien fest und ich denke nicht, dass sich das in nächster Zeit ändern wird“, sagt Wilfried Hofmann, Leiter der Nachwuchswerbung der Bayerischen Polizei.

Und diese Richtlinien sind streng: Beim Tragen der Uniform darf das Tattoo im Kurzarmhemd, bei nach unten gestreckten Armen, nicht zu sehen sein. Damit scheidet jede Art von Unterarm-Tattoo aus. Zurück gehen diese Richtlinien auf eine Bekanntmachung der Polizei aus dem Jahr 2000, die das Erscheinungsbild von bayerischen Polizisten festlegt. Bei einem relativ kleinen Tattoo am Unterarm ist es den Bewerbern freigestellt, sich dieses entfernen zu lassen, um so nicht aus dem Bewerbungsprozess auszuscheiden. „Das wird von einigen auch genutzt. Denn manchmal lassen sich junge Menschen auch leichtfertig tätowieren“, weiß Hofmann.

Einen Kompromiss, wie etwa das Tragen von langärmliger Uniform auch im Sommer, macht die Polizei nicht. „Bei manchen Terminen gibt es eine Kleiderordnung und da können wir keine Kompromisse eingehen.“ Aber der Leiter der Nachwuchswerbung gibt zu, dass Tätowierungen ein großes Thema sind: „Unsere Zielgruppe bei Berufsanfängern sind zwischen 17 und 30 Jahren alt. Die Zahl der Tätowierten steigt, inzwischen hat etwa jeder fünfte Bewerber ein Tattoo .

Komplett ohne Chance sind Bewerber mit Motiven, die sexistisch, rassistisch, extremistisch, diskriminierend oder verfassungsfeindlich sind. „Da spielt es auch keine Rolle, ob das Tattoo sichtbar ist oder nicht. Denn dann ist die persönliche und charakterliche Eignung des Bewerbers anzuzweifeln“, erklärt Hofmann.

Eine Veränderung der Richtlinien erwartet die Polizei in nächster Zeit nicht. „Die Bewerberlage in Bayern ist stabil. Im Jahr 2017 haben wir etwa 1800 Personen eingestellt.“ Davon sind auch einige tätowiert. „Tattoos im nicht sichtbaren Bereich sind auch kein Problem bei der Einstellung, wenn sie keine verfänglichen Motive zeigen“, betont Hofmann.

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