06.07.2018 - 14:48 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Unvoreingenommener Blick von außen

Jahrelang prägte die "donumenta" das Kulturleben in Regenburg. Nun hat das Festival einen Nachfolger: "Danube Art Lab".

Das „Danube Art Lab“ bringt frischen Nachschub an Kultur aus dem Donauraum nach Regensburg. Dieses Team engagiert sich dafür: Jasmin Beer (Museen der Stadt Regensburg), Regina Hellwig-Schmid, Künstlerische Leiterin und Vorsitzende des donumenta e.V., Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Kulturreferent Klemens Unger, Maria Lang (Museen der Stadt Regensburg) und Museumsleiterin Doris Gerstl (von links).
von Susanne WolkeProfil

Regensburg.Hier wie dort geht es um Kultur im europäischen Donauraum. Stellte die donumenta jedes Jahr ein einzelnes Land umfassend dar, so zeigt ihr Nachfolger nun einen Querschnitt: Das "Danube Art Lab" präsentiert elf künstlerische Positionen entlang der Donau. Startschuss ist Samstag, 28. Juli. Dann eröffnet eine Ausstellung im Leeren Beutel. Diese ergänzt aber eigentlich nur das zentrale Projekt: zeitgenössische Kunst, die von da an im öffentlichen Raum in Regensburg zu sehen ist. Letztere Vorgehensweise hat sich zu einer Art Markenzeichen des "doumenta"- bzw. "Danube Art Lab"-Teams entwickelt. Schon in Projekten der vergangenen Jahre ersparten die Kunstschaffenden rund um Initiatorin Regina Hellwig-Schmid dem Publikum den Weg ins Museum. Und zwar, indem sie Kunst im wahrsten Sinne des Wortes plakativ am Wegesrand positionierten.

Das "Danube Art Lab", das diese zeitgenössische Methode der Kunstwahrnehmung wieder aufgreift, ist ein Projekt verschiedener Stellen: das "donuemta"-Team präsentiert die ungewöhnliche Ausstellung gemeinsam mit der Stadt Regensburg. Gefördert wird die Aktion vom Kulturfonds Bayern.

Die beteiligten Künstler kommen aus verschiedenen Donau-Anrainerstaaten: Catrin Bolt aus Österreich, Alena Foustková aus Tschechien, Milijana Istijanovic aus Montenegro, Nikita Kadan aus der Ukraine, Notburga Karl aus Deutschland, Bojana S. Knezevic aus Serbien, Dumitru Oboroc aus Rumänien, Klára Orosz aus Ungarn, Alexandru Raevschi aus der Republik Moldau, Selma Selman aus Bosnien-Herzegowina sowie Borjana Ventzislavova aus Bulgarien.

Sie allen wurden im Sommer und Herbst 2017 nach Regensburg eingeladen, um sich von der Stadt und ihrer Geschichte inspirieren zu lassen. "Hidden Places / Hidden Spaces" lautete damals das Motto der internationalen Künstlerzusammenkunft. Der Gedanke dahinter: "Vergessene Orte und ihr kulturelles Erbe künstlerisch zu erschließen und zu begreifen."

Die Ergebnisse gibt es jetzt zu sehen. Eines bemerkt Regina Hellwig-Schmid dabei schon im Vorab: "Es ist erstaunlich, wie sehr der unvoreingenommene Blick von außen auf unsere Stadt und unsere Geschichte unsere eigene Wahrnehmung zu bereichern vermag."

Stichwortartige Kostproben der Initiatorin versprechen unter anderem: verspiegelte Quader römischer Legionsmauern, einen purpurrot verhüllten Turm sowie aufeinander gestapelte Notbetten. Insgesamt neun Stellen im Stadtgebiet Regensburg werden zu Orten der Kunst. Mit dabei sind unter anderem der Neupfarrplatz, der Alte Kornmarkt und das Kepler-Monument. Vertiefend zur Kunst im öffentlichen Raum gibt es die Ausstellung im Leeren Beutel. Dort zeigen die beteiligten Künstler weitere Arbeiten.




Info:

Service

Die internationalen Kunstprojekte sind vom 28. Juli bis zum 14. Oktober im öffentlichen Raum in Regensburg zu sehen. Die ergänzende Ausstellung läuft vom 28. Juli bis zum 18. November in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel. Die Eröffnung beider Veranstaltungen ist am 27. Juli um 20 Uhr in der Minoritenkirche. Ebenfalls am 27. Juli gibt es zwei begleitende Performances: „The Inhabitants of Colosseum“, im Colosseum, Stadtamhof 5 (20 Uhr) sowie „We, who are dreaming of“ in der Maximilanstraße 13 (22.30 Uhr). (wsu)

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