12.12.2018 - 16:55 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Vorgeschmack auf ein Leben mit Kunst

Der Kunst- und Gewebeverein Regensburg stellt die Vertreter des "Quartiers am Kunstpark" vor und ihre Arbeiten aus.

Stellen bei der aktuellen Ausstellung des Kunst- und Gewerbevereins aus (v. links): Felix Kiessling, Anne Pfeifer, Johanna Schelle, Reiner R. Schmidt, Minyoung Paik, Kuratorin Anna Deilmann und Dr. Georg J. Haber.
von Susanne WolkeProfil

In der Stadt entsteht ein neues Wohngebiet - und der Kunst- und Gewerbeverein organisiert dazu eine Ausstellung. So spielen öffentliches Leben in der Stadt und deren Kultur ideal zusammen. Dabei ist es nicht einmal eine Schau zum Thema zeitgenössische Architektur, die der Kunst- und Gewerbeverein zum Abschluss des Jahres präsentiert. Nein, es sind international renommierte Künstler, die über das in Entstehung begriffene "Quartier am Kunstpark" Einzug halten in die Ausstellungsräume des Vereins.

Lobenswerter Ausgangspunkt ist der Grundgedanke des neuen "Quartiers". Dieses Wohngebiet östlich der Regensburger Altstadt orientiert sich bezeichnenderweise schon anhand des Namens mit seiner zugehörigen Umgebung. Die Wohnanlage wird nämlich nach der Fertigstellung im Außenraum mit hochkarätiger Kunst dekoriert sein.

Felix Kiessling, Anne Pfeifer, Dorian Gaudin, Minyoung Paik, Julius von Bismarck, Johanna Schelle und Laure Provoust: Kennern der Szene verlangt die Liste dieser aufstrebenden jungen Künstler Hochachtung ab. Reiner R. Schmidt aber sieht die Situation realistisch.

"Das Projekt wird wohl zum Wallfahrtsort für Kunstkenner", prophezeit der dritte Vorsitzende des Kunst- und Gewerbevereins. Für die vielen, die den Weg dorthin womöglich scheuen, liefert die aktuelle Ausstellung des Kunst- und Gewerbevereins nun einen Überblick.

Skulpturen und Filme

"Dies ist keine Preview", betont man dort allerdings hinsichtlich der Schau mit dem Titel "Impact". Die Ausstellung "von hohem internationalen Niveau" wäre zwar ohne das Projekt "Quartier am Kunstpark" schwerlich zusammengekommen. In eigenständiger Weise präsentiert sie aber nun Einblicke ins Werk der vertretenen Künstler.

Dabei handelt es sich um Arbeiten aus dem Bereich der Skulptur - eine Gattung, die beim Kunst- und Gewerbeverein ohnehin seit einigen Jahren um die Weihnachtszeit besondere Beachtung erfährt.

Die gezeigten Stücke decken dabei eine beachtliche Bandbreite ab: Felix Kiessling etwa, einst Schüler von Olafur Eliasson in Berlin, widmet sich mit verformten großformatigen Aluminiumplatten dem Einschlag von Meteoriten. Julius von Bismarck, ebenfalls Schüler von Olafur Eliasson, zeigt ein Video zum Thema Naturgewalten: Ein "Zweikampf zwischen Mensch und Natur". Dorian Gaudin hingegen entwickelt autonome Maschinen. Die in Regensburg gezeigten Werke waren zuvor schon im Palais de Tokyo in Paris zu sehen. Anne Pfeifer schafft künstlerische Klangobjekte. Und Johanna Schelle, gelernte Holzbildhauerin aus Berchtesgaden, stilisiert menschliche Figuren. Laure Prouvost wurde bei zahlreichen Kurzfilmfestivals ausgezeichnet und vertritt Frankreich bei der nächsten Biennale in Venedig. Im geplanten "Quartier am Kunstpark" ist sie mit einer skulpturalen Tasse vertreten, im Kunst- und Gewerbeverein präsentiert sie passend dazu eine gefilmte Teeparty.

Relief mit Riss

Minyoung Paik schließlich nimmt mit ihrer Arbeit im Kunst- und Gewerbeverein Bezug auf ihre Heimat: Ihre reliefartige Darstellung von Süd- und Nordkorea ist an der Stelle der Grenze mit einem Riss in der darüber liegenden Glasscheibe versehen.

"Bei der Kunst im öffentlichen Raum herrscht in Regensburg großer Nachholbedarf", betont man vonseiten des Kunst- und Gewerbevereins. "Wir sind daher dankbar für jede private Initiative." Vor allem, wenn sie den eigenen Räumen so unverhofft zu einer attraktiven Schau verhilft.

Zur Ausstellung:

Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 6. Januar, im Kunst- und Gewerbeverein, (Ludwigstraße 6, Regensburg). Geöffnet: Dienstag bis Sonntag (12 bis 18 Uhr).

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