25.07.2018 - 16:19 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

"Ein Wassertropfen voller Feuer"

Die vier Elemente umgeben uns überall. Derzeit ganz besonders in der Ausstellung im "artspace Erdel".

Der Galerist Wolf Erdel zeigt momentan Arbeiten von Juan Fernando de Laiglesias. Thema sind die vier Elemente.
von Susanne WolkeProfil

Feuer, Wasser, Erde, Luft: Das Logo der Galerie "artspace Erdel" beinhaltet die vier Elemente. Dass man das Farbraster so auslegen kann, ist zumindest die Interpretation von Juan Fernando de Laiglesia. Das in eine Platte mit drehbaren Quadern verwandelte Markenzeichen der Galerie steht diesmal dreidimensional für die Ausstellung "4 Elemente: Die Struktur des Planeten". De Laiglesia hat für seine Schau bei Erdel nicht nur das Emblem der Galerie zum drehbaren Puzzle gemacht. Bei der Eröffnung der Ausstellung dürfen die Besucher auch an anderer Stelle kräftig mitmischen: Jeder Teilnehmer bekommt ein einzelnes Bild in die Hand gedrückt. Richtig zusammengesetzt ergeben die Stücke dann ein Gesamtkunstwerk.

"Descartes' Alptraum in Neuburg" lautet der Titel des fertigen dynamischen Farbausbruchs. Es ist eine der Arbeiten, die dank der Mithilfe der Besucher nun im "artspace" hängt. Teilt man die Ausstellung dort in die vier Elemente, so deckt das Bild den Bereich Feuer ab. Weitere Stücke der Schau beschäftigen sich mit den Erdplatten oder mit der ersten Frau, die sich per Flugzeug in die Luft erhob. Auch bei der richtigen Zuordnung von Kunstwerk und Element wird oftmals der Spieltrieb des Betrachters herausgefordert.

"Juan Fernando de Laiglesia ist stark angelehnt an die Konzeptkunst", bemerkt Galerist Wolf Erdel. Zwar sind die Arbeiten, die der spanische Künstler eigens für diese Ausstellung in Regensburg gemacht hat, sinnlich im Erscheinungsbild. Der dicke Farbauftrag und die zu Collagen zusammengefügten Versatzstücke aus dem Baumarkt reizen zum Anfassen.

Nicht minder wichtig ist aber das gedankliche Konzept dahinter. In früheren Ausstellungen Juan Fernando de Laiglesias in der Galerie ging es um Astronomie oder Geometrie. Auch "Die Struktur des Planeten" fügt sich in diese Reihe ein. "Ein Wassertropfen voller Feuer" lautet etwa der Titel einer Arbeit. Das runde Bild zeigt die Erde - den blauen Planeten, der mit Feuer gefüllt ist. Den physikalischen Aspekt seiner aktuellen Präsentation mischt Laiglesia mit kulturwissenschaftlichem Hintergrund. Erde ist bei ihm nicht einfach die Darstellung eines Berges. Es ist die Anhöhe, die Petrarca einst erklomm, um seinen Horizont zu erweitern. Juan Fernando de Laiglesia selbst mischt in seinem vielschichtigen Werk Kunst und Wissenschaft. Gespickt mit einem spielerischen Aspekt, in den er auch das Publikum mit einbezieht.


Info:

Service

Die Ausstellung „Juan Fernando de Laiglesia: 4 Elemente: Die Struktur des Planeten“ läuft bis zum 30. August im „artspace Erdel“, Fischmarkt 3, in Regensburg. Öffnungszeiten: Mittwoch von 16 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung (Telefon 0941/702194 oder wolf[at]erdel[dot]de).

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