05.12.2018 - 15:04 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Zukunft hat bei Conti schon begonnen

Das neue Besucherzentrum bei Continental in Regensburg lässt Industrie 4.0 lebendig werden. Dort geben Roboter den Ton an.

Mit einem beherzten Schnitt eröffneten (von links) Werkleiter Thomas Ebenhöch, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und stellvertretender Landrat Willi Hogger das neue Besucherzentrum. Die Roboterarme, die das Band hielten, winkten danach für die Gäste.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Normalerweise fertigen die zwei gelben Roboterarme im Regensburger Continental-Werk Elektronikteile. Am Dienstagmittag hatten sie eine andere Aufgabe: Bei der Eröffnung des neuen Besucherzentrums „Continental Live“ zurrten sie das symbolische Band fest, das Werkleiter Thomas Ebenhöch zusammen mit Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und dem stellvertretenden Landrat Willi Hogger durchschnitt.

So futuristisch wie die Roboter mutet das gesamte neue Besucherzentrum an, das künftig den Eingangsbereich für Werksführungen bildet. Auf zwei „Touch-Tischen“ können sich die Besucher auf riesigen Bildschirmen durch die Produktpalette klicken, die Teile drehen, wenden, vergrößern. Die interaktive Spielerei geht mit zwei Tablets weiter, auf denen man Fertigungsgegenstände scheinbar mit den eigenen Händen greifen kann.

Es folgt ein Technikraum mit extrastarkem Boden, in dem ganze Anlagen und Fahrzeuge ausgestellt werden können. Ziel von „Continental Live“ sei es, den Besuchern einen roten Faden an die Hand zu geben, sagte Werkleiter Ebenhöch. „Sie sehen unsere Fabrik dann mit ganz anderen Augen.“ Der Name „Live“ stehe für „Lebendig, Innovativ, Vielfältig und Erfolgreich“. Der Begriff sei von der Belegschaft mitgestaltet und auf Facebook abgestimmt worden.

Regensburg sei das weltweit größte Elektronikwerk von Continental, betonte Ebenhöch. Zudem sei das Regensburger Werk mit seinen rund 8000 Mitarbeitern als Pilotstandort für die Industrie 4.0 ausgewählt worden. „Das ist gut für uns und die Region.“ Alle Systeme, die mit Industrie 4.0 in Verbindung gebracht werden, würden zuerst in Regensburg implementiert.

Der Standortleiter versuchte nicht zu verhehlen, dass die Digitalisierung der industriellen Produktion Arbeitsplätze kosten wird. „Wer etwas anderes sagt, reflektiert nicht“, stellte Ebenhöch fest. Einfache Jobs würden wegfallen, dafür aber auch andere entstehen. Ziel sei es, dass die Mitarbeiter, deren Stellen wegfallen, weiter bei Continental beschäftigt sind.

Dafür habe das Unternehmen ein Programm gestartet, in dem Mitarbeiter eine komplette Berufsausbildung nachholen können. „Das sind Leute, die seit 25 Jahren aus dem aktiven Lernen draußen sind“, beschrieb Ebenhöch diese besondere Herausforderung. Dennoch bekämen sie sehr gute Noten und viel Lob von den Berufsschullehrern. Im Werk dienten diese Mitarbeiter als „Leuchtsignal für weitere Kollegen“. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer lobte das Regensburger Continental-Werk für die Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Beschäftigten und stellte die gute Vernetzung zu Start-ups und Hochschulen heraus.

Das Continental-Werk Regensburg produziert jedes Jahr mehr als 100 Millionen Elektronikeinheiten, darunter Motor-, Getriebe- und Bordnetzsteuergeräte, kamerabasierte Assistenzsysteme und ein breites Spektrum von Sensoren und Aktuatoren. In der Produktion kommen bereits kollaborative Roboter und Transportroboter zum Einsatz.

Das interaktive Tablet zaubert Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer einen Roboter auf die Hand. Daneben stellvertretender Landrat Willi Hogger.

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