31.08.2018 - 14:53 Uhr
RegensburgDeutschland & Welt

Zweieinhalb Jahre für Thai-Masseur

Diese Thai-Massage endet im Gefängnis. Ein 27-Jähriger soll an seinem Probetag eine Kundin mehrmals unterhalb ihres Slips berührt haben. Jetzt ist er verurteilt worden.

Justiz
von Autor AHSProfil

(ahs) Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten wurde ein 27-jähriger irakischer Asylbewerber wegen Vergewaltigung verurteilt. Damit folgten die 5. Strafkammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richter Georg Kimmerl am Freitag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

Eine 19-jährige Polizeischülerin hatte im Dezember vergangenen Jahres Strafanzeige gegen den Angeklagten erstattet. Sie gab an, dass sie in einem Massagesalon in der Regensburger Innenstadt eine Ganzkörper-Thai-Massage gebucht hatte. Dabei soll der Masseur sie mehrfach oberhalb und unterhalb ihres Slips berührt haben. Nachdem die Identität des Angeklagten feststand, wurde dieser im März festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Dem Betreiber-Ehepaar und auch den Ermittlungsbehörden gegenüber bestritt er jegliche Art von sexuellen Handlungen. Am Tattag arbeitete der Angeklagte erstmals zur Probe in dem Regensburger Massagesalon.

Vor Gericht räumte er über seinen Verteidiger Thomas Winkelmeier ein, dass er bei der Massage des Oberschenkels der Kundin mit seiner ölglitschigen Hand unbeabsichtigt abgerutscht und an ihren Slip gekommen sei. Hierfür habe er sich mit "sorry" entschuldigt. Das Betreiber-Ehepaar erzählte im Zeugenstand, dass sie während der Massage mehrmals nach dem Rechten gesehen hätten. Die Kundin habe auf Fragen, ob alles okay sei, jeweils mit "ja" geantwortet. Erst nach der Behandlung habe sie bei der Bezahlung etwas von sexuellen Belästigungen gesagt. In seiner mündlichen Urteilsbegründung wertete der Gerichtsvorsitzende die Behauptung des Angeklagten als "lebensfremde Schutzbehauptung". Die unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgte Aussage der Geschädigten hingegen sei glaubhaft und glaubwürdig gewesen. Sie habe kein erkennbares Motiv, den Angeklagten falsch zu beschuldigen. Außerdem sei ihre Aussage von hoher Konsistenz gewesen. Auch auf die von Zeugen offen gestellte Frage, warum sie die Massage nach dem ersten oder zweiten Übergriff nicht abgebrochen hat, hatte der Gerichtsvorsitzende eine Antwort: Die Geschädigte sei überrascht und überrumpelt gewesen, deshalb habe sie auch den Zeugen gegenüber zunächst nichts gesagt. Sie wusste nicht, wie sie sich zu verhalten habe.

Bei der Strafzumessung wertete das Gericht zu Gunsten des Angeklagten, dass er nicht vorbestraft ist. Zu seinen Lasten ging jedoch, dass er eine schutzlose Situation ausgenutzt und gleich mehrere Handlungen vollzogen hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte bleibt weiterhin in U-Haft.

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