Update 13.06.2026 - 14:45 Uhr

Russland: Toter nach ukrainischem Angriff auf Seeterminal

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem Angriffskrieg. Die Ukraine wehrt sich mit Gegenangriffen auf die russische Ölindustrie. Einmal mehr beklagen beide Seiten Opfer.

Die Ukraine setzt Moskau zunehmend mit Gegenangriffen auf die russische Ölindustrie unter Druck. (Archivbild) Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Die Ukraine setzt Moskau zunehmend mit Gegenangriffen auf die russische Ölindustrie unter Druck. (Archivbild)

Die Ukraine hat nach russischen Behördenangaben ein Seeterminal in Südrussland angegriffen. Durch herabfallende Drohnentrümmer seien im Kreis Temrjuk ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden, schrieb der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, bei Telegram. Ein Feuer sei ausgebrochen. Einen genauen Ort nannte er nicht. Auch in der Ukraine gab es bei russischen Angriffen ein Todesopfer. 

Das Feuerinformationssystem der Nasa zeigte zwei Brände auf der Halbinsel Taman an. Dort liegt am Rande der Siedlung Wolna ein großes Umschlagterminal für Öl und Ölprodukte, die dann über das Schwarze Meer verschifft werden. 

Ukraine bestätigt Angriffe

Der ukrainische Geheimdienst SBU bestätigte einen Angriff auf ein Gas- und Ölterminal in der Region Krasnodar. Dort seien mit Drohnen unter anderem fünf Tanks mit Erdölprodukten getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung. Der SBU begründete den Angriff damit, dass die Öl- und Gasindustrie eine wichtige Einnahmequelle für Moskaus Fortsetzung des Kriegs sei.

Der Generalstab in Kiew teilte außerdem mit, eine Anlage zur Ölaufbereitung und -förderung im Gebiet Wolgograd getroffen zu haben. Dort sprachen Behörden von einem Feuer infolge herabstürzender Drohnentrümmer auf dem Gelände von Industrieinfrastruktur im Kreis Kotowo.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Bei ihren Gegenangriffen nimmt die Ukraine verstärkt die russische Ölindustrie ins Visier. Kiew will damit den Treibstoffnachschub für Moskaus Truppen stören und die für Russlands Finanzierung des Kriegs wichtigen Einnahmen aus dem Ölgeschäft schmälern. Russische Besatzungsbehörden schränkten zuletzt die Ausgabe von Benzin ein und die Regierung in Moskau verhängte ein Ausfuhrverbot für Kerosin aus Russland. 

Zivile Opfer nach russischen Angriffen in der Ukraine

Russische Attacken in der Ukraine hatten einmal mehr schwere Folgen für Zivilisten. In Saporischschja im Südosten des Landes sei ein Mensch bei einem russischen Angriff auf Infrastruktur getötet worden, teilte Militärgouverneur Iwan Fedorow mit. Neun Menschen wurden nach Angaben von Militärgouverneur Olexander Hanscha bei mehreren Angriffen mit Drohnen und Gleitbomben in der Region Dnipropetrowsk verletzt. Mehrstöckige Wohnhäuser, Einfamilienhäuser und Autos seien beschädigt worden und auf einem Markt sei ein Feuer ausgebrochen.

© dpa-infocom, dpa:260613-930-217430/2

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