19.08.2018 - 21:09 Uhr
Deutschland & Welt

Der Samstag zeigt, wie Politiker mit Putin umgehen sollten - und wie nicht

Das Treffen von Angela Merkel und Wladimir Putin ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die bizarre Show in Österreich bringt dagegen keinem was - außer dem Kreml-Chef. Ein Kommentar von Julian Trager.

Karin Kneissl (FPÖ), Außenministerin von Österreich, tanzt mit Wladimir Putin, Präsident von Russland, im Gasthaus Tscheppe. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen ist der russische Präsident zur Hochzeit der österreichischen Außenministerin mit Wolfgang Meilinger in der Steiermark gekommen. Die Einladung an Putin hatte national und international für Irritationen gesorgt.
von Julian Trager Kontakt Profil
Kommentar

Erst die Hochzeit der österreichischen Außenministerin, dann ein Rendezvous mit der deutschen Bundeskanzlerin: Russlands Präsident Wladimir Putin nutzte den Samstag zu einer Charme-Offensive im Westen - die zwei ganz unterschiedliche Bilder lieferte.

In Berlin bei Angela Merkel ging's um die große Politik, die Kanzlerin und der Kreml-Chef sprachen rund drei Stunden über die Krisen in Ukraine und Syrien. Das ist wichtig und richtig. Putin ruft Europa zur Hilfe beim Wiederaufbau Syriens auf. Man müsse den Regionen helfen, in die Flüchtlinge heimkehren könnten. Putin und Syriens Machthaber Baschar al-Assad brauchen die Flüchtlinge, die aus dem Land geflohen sind. Klingt für viele nach einer Win-win-Situation. Aber: Vielen Menschen, die die zerstörte Heimat wieder aufbauen wollen, erwartet Gefängnis oder gar Folter. So hat das Treffen in Berlin noch nichts Konkretes gebracht. Aber es ist ein erster Schritt, immerhin.

In der Steiermark bei der Hochzeit von Österreichs Außenministerin Karin Kneissl ging's vor allem um die Show. Eine bizarre Inszenierung mit Kosakenchor und abgesperrter Autobahn. Kneissl hatte Putin eingeladen, als hofierter Stargast. Als wäre er ein Schlagerstar, den man buchen könnte - "Wladimir und die Kosaken". Dabei ist er - netter Walzer hin oder her - immer noch ein autokratischer Machtpolitiker, der große Verantwortung trägt für große Probleme in der Welt.

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Tobias Punzmann

Der Kommentar zeigt, wie Journalisten mit solchen Themen umgehen sollten - und wie nicht
Gegenbeispiel:
https://www.onetz.de/oberpfalz/pleystein/putin-gast-pleysteins-partnergemeinde-id2466177.html

20.08.2018

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