05.07.2018 - 10:48 Uhr
Deutschland & Welt

Von schimmernden Venen

Makellose Beine–Sinnbild für weibliche Attraktivität und feminine Schönheit. Umso unglücklicher sind viele Frauen, wenn auf ihren Oberschenkeln und Waden kleine erweiterte Äderchen durch die Haut schimmern. Dass von diesem Schönheitsmanko nahezu jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens betroffen ist, tröstet wohl die wenigsten. Dann schon eher diese zwei Nachrichten: Zum einen sind die rötlichen oder bläulichen Gefäßbündel in den meisten Fällen harmlos, zum anderen gibt es Möglichkeiten, was Frau – denn Männer sind seltener davon betroffen – dagegen tun kann.

von Gesund & VitalProfil

Wer glaubt, die unschönen Besenreiser sind hauptsächlich ein Problem von älteren Frauen, irrt. Denn sobald das Gewebe beginnt zu erschlaffen, sind die schimmernden Venen treue Begleiter dieses Prozesses – im Durchschnitt ist dies bereits mit einem Lebensalter von 30 Jahren der Fall. Besenreiser, die ihren Namen übrigens durch die optischen feinen Verästelungen haben, entstehen durch die Erweiterung von kleinen Blutgefäßen, die direkt unter der Hautoberfläche liegen. neben der natürlichen Ursache der zunehmenden Bindegewebsschwäche, begünstigen negative Lebensstile das unschöne Venenleiden: Langes sitzen oder stehen beispielsweise machen es den Venen schwer, das Blut zum Herzen zu transportieren; auch Nikotin und übermäßiger Alkoholgenuss wirken sich nachteilig aus. Im Gegensatz zu vielen Krampfadern müssen Besenreiser nicht entfernt werden, es sei denn, tiefer liegende Beinvenen sind lädiert.

Venen leisten jeden Tag Schwerstarbeit: Sie transportieren täglich rund 7.000 Liter verbrauchtes Blut zum Herzen. Und dabei ist dieser Transportweg alles andere als ein Spaziergang. Jede Menge Widerstand gilt es im hoch komplexen Venensystem des Körpers zu bewältigen. nur durch die Unterstützung von Wadenmuskeln, die quasi als pumpe das Blut mit nach oben drücken, gelingt die existenzielle Schwerstarbeit. Wer seinen Venen etwas Gutes tun möchte, sie effektiv unterstützen will, hat eine Vielzahl von Möglichkeiten.

Was dem Körper generell förderlich ist, gilt auch und besonders für unsere Venen: Bewegung! Denn wer seinen Organismus samt Muskeln fordert, fördert auch die Elastizität und Vitalität von starken Venen. Vor allem für „Schreibtischmenschen“ ist es wichtig, immer wieder erholsame Pausen einzulegen, sich die Beine zu vertreten, den Körper mit Bewegung in Schwung bringen. Kleine Bewegungspausen mit strecken, hüpfen und Dehnen, geschickt in den Berufsalltag integriert, sind schon mal ein guter Anfang, allerdings oftmals noch nicht ausreichend. Es gilt, gesunde und in erster Linie sanfte Sportarten zu betreiben: Fahrradfahren, Schwimmen, Walken oder Wandern sind hier zu nennen. Alles, was nicht auf Höchstleistung, sondern auf Ausdauer und kontinuierliche Bewegung ausgerichtet ist, eignet sich zur Stärkung der Venen.

Jeder kennt es: Nach einem anstrengenden Arbeitstag erst einmal die Füße hochlegen! Das ist entspannend und zudem ein adäquates Mittel, um seine Venen zu entlasten, denn dadurch wird der Rückfluss des Blutes aus den Beinen erleichtert. Auch eine gesunde Ernährung und/oder Diät wirken sich positiv auf die Venen aus, denn je weniger Übergewicht, desto weniger Belastung in den Beinen und Venen.

Info:

Besenreiser oder Krampfadern?

Besenreiser sind dünne Venen, die sich leicht von der Haut abheben und sich wie ein Netz über den Unter- oder Oberschenkel ausbreiten. Besenreiser sind eine unterform von Krampfadern, die Unterscheidung trifft der Therapeut mittels Sonographie, dank Doppler- oder Duplex-Ultraschall sieht der Mediziner, wie Venenwand und -klappen beschaffen sind und wie der Blutfluss in den Gefäßen verläuft. Krampfadern sind oftmals mehr als schönheitsfehler und müssen in vielen Fällen entfernt werden. Die Entstehung von
Krampfadern ist ein Prozess, der sich über viele Jahre erstreckt und den Betroffenen zunächst kaum Beschwerden bereitet. Diese beschwerdefreie Zeit wiegt den Patienten in einer trügerischen Sicherheit, denn treten Beschwerden auf, ist es schon zu ernsthaften Komplikationen gekommen.

Krampfadern sind Knoten- oder Sackförmige Erweiterungen der Venen. Betroffen ist zumeist das oberflächliche Venensystem der Beine. Über Venen wird das verbrauchte Blut wieder zu den Entgiftungsstationen und zum Herzen zurückgeführt. Dazu muss das Blut in den Beinen gegen die Schwerkraft, also Bergauf fließen. Die gesunden Venenklappen verhindern einen Rückstrom von Blut, versagen die Venenklappen jedoch, kommt es zum Rückstau in den Beinen – mit der Folge von Krampfadern, Beinschwellungen, Ödemen oder offenen Beinen. Fast jeder Zweite über dem 50. Lebensjahr leidet an Krampfadern. Zahlreiche moderne Behandlungsverfahren stehen zur therapie und Entfernung von Krampfadern zur Verfügung.

 

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