Deutschland und die Welt
23.01.2020 - 14:06 Uhr

Schulbusunglück in Thüringen: Zwei tote Kinder, viele Verletzte, viele Fragen

Die Straßen sind glatt am Morgen - einem Schulbus wird das in Thüringen zum Verhängnis. Zwei Kinder sterben bei dem Unfall, Dutzende werden verletzt. Waren die Schüler angeschnallt?

Einsatzkräfte gehen an dem verunglückten Schulbus vorbei. Bild: Swen Pförtner/dpa
Einsatzkräfte gehen an dem verunglückten Schulbus vorbei.

Eisenach. Ein schwerer Schulbusunfall nahe Eisenach in Thüringen hat am Donnerstagmorgen zwei achtjährige Kinder das Leben gekostet. Außerdem wurden nach Polizeiangaben fünf Schüler schwer und 15 weitere leicht verletzt. Der Fahrer wurde ebenfalls verletzt - er erlitt einen Schock. Ob die Kinder in dem Bus angeschnallt waren, blieb bis zum Mittag unklar - dazu wollten die Ermittler auf Nachfrage zunächst nichts sagen.

Die beiden Todesopfer - ein acht Jahre alte Junge und ein gleichaltriges Mädchen - besuchten die zweite Klasse der Grundschule in Berka vor dem Hainich im Wartburgkreis, wie Polizei und Landratsamt auf einer Pressekonferenz in Eisenach mitteilten. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei gibt es keine Hinweise auf einen technischen Defekt oder ein Fehlverhalten des Fahrers.

Der Bus sei gegen 7.30 Uhr kurz vor dem Ortseingang auf glattem Kopfsteinpflaster ins Schlittern geraten und rückwärts einen Hang hinuntergerutscht, sagte der Leiter der Landespolizeiinspektion Gotha, Günther Lierhammer. Dabei habe sich das Fahrzeug mehrfach überschlagen und sei auf der Seite liegengeblieben. Zur Bergung von Kindern habe der Bus angehoben werden müssen. Lierhammer betonte, dass es sich bei den Angaben «nur um erste grobe Details» handle. Die Ursachenforschung sei noch in vollem Gange.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) äußerte sich bestürzt, ebenso Vertreter vieler anderer Parteien. "Zwei tote Schulkinder sind zu beklagen, und ich trauere mit den Eltern und Angehörigen", schrieb er am Donnerstag auf Twitter. "Den Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung und den Eltern wollen wir beistehen." Innenminister Georg Maier (SPD) sagte vor Journalisten: "Es ist ein sehr, sehr trauriger Tag. (...) Der ganze Ort ist im Schockzustand." "Wenn zwei Kinder ums Leben kommen, dann bleibt die Welt einen Moment stehen", sagte Landrat Reinhard Krebs (CDU).

Die betroffene Grundschule wird nach Worten von Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Freitag geöffnet sein. Dann sollen Schulpsychologen mit den Schülern, Lehrern sowie gegebenenfalls auch den Eltern arbeiten, sagte er.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.