22.06.2018 - 15:17 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Auch Container können inspirieren

An ihm führt derzeit kein Weg vorbei. Auch im Interview mit den amerikanischen Gastkünstlerinnen, die aktuell im Internationalen Künstlerhaus Schwandorf arbeiten und leben, landet man irgendwann bei Donald Trump

Malerin Olive Ayhens (rechts) gibt Künstlerhaus Leiterin Andrea Lamest (2. von links), Schriftstellerin Judith Cooper (links) sowie Fördervereins-Vize Clemens Mayer schon einmal einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Schwandorf.Einen interdisziplinären Kunstansatz verfolgen seit Jahrzehnten die Verantwortlichen des Internationalen Künstlerhauses Schwandorf beim Austausch mit dem Künstlerhaus Virginia Center fort he Creative Arts (VCCA) in Virginia. Aktuell sind es eine Malerin, eine Autorin, ein Komponist und ein Fotograf, die einen mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt in der Oberpfalz absolvieren. Morgen, Sonntag (24. Juni), laden der Förderverein Oberpfälzer Künstlerhaus e.V. und die Stadt Schwandorf von 11 bis 17 Uhr zu einem "Tag des Offenen Studios" ein, um die vier internationalen Künstler sowie deren Arbeit näher kennenzulernen.

Die Besucher können den vier Gästen - Malerin Olive Ayhens aus New York, Schriftstellerin Judith Cooper aus Chicago, Komponist Iván Ferrer-Orozco aus Madrid sowie Fotograf Tucker Hollingsworth aus Minneapolis - im Internationalen Künstlerhaus begegnen und ihnen auch bei der Arbeit über die Schulter schauen beziehungsweise ihr Werk kennenlernen.

Beflügelt die Fantasie

Cooper und Ayhens kommen regelrecht ins Schwärmen, wenn sie über ihren bisherigen Aufenthalt in Schwandorf berichten. "Das holt einen aus dem Alltag, beflügelt aber auch die Fantasie", so Cooper. Und für Ayhens ist die Region reich an Inspirationen, die sie für ihre künstlerische Arbeit gerne aufnimmt. Cooper, die bereits zahlreiche Kurzgeschichten verfasst hat, schreibt aktuell an ihrem ersten Roman. Die neue Umgebung habe bereits Einfluss auf die Geschichte genommen. "Beispielsweise der Duft der benachbarten Gießerei oder des Containers, den ich von meinem Fenster aus sehe, sorgen für neue Ideen in der Handlung", so Cooper. Das seien Dinge, an die sie in Chicago noch gar nicht gedacht habe.

Für Olive Ayhens ist die Umwelt und deren Veränderung ein großes Thema, das sich auch in ihren Werken widerspiegelt. Dazu gehört für sie auch das Element Wasser, das sich in vielen Werken finden lässt. "Ich lebe sehr stark mit dem Wasser", betont Ayhens. Inspirationen hole sie beispielsweise auch aus Brückenarchitekturen wie beispielsweise der Manhattan Bridge und der Brooklyn Bridge in New York, wo sie lebt. Künstlerisch habe sie in jüngster Vergangenheit auch Florida entdeckt. "Die Sümpfe haben mich sehr beeinflusst", so die Malerin.

Beeinflusst werden Cooper und Ayhens aber auch von den aktuellen Ereignissen in den USA. "Seit Donald Trump zum Präsidenten gewählt wurde, sind viele Künstler politischer geworden - beruflich und privat", sagt Ayhens. Auch Cooper muss erst einmal tief durchschnaufen, bevor sie sich zur politischen Situation äußert: "Man fühlt sich schlecht in einem Land zu leben, dessen Präsident Kinder in Käfige stecken lässt." Umso wichtiger sei es, dass in den USA viele Menschen auf die Straße gehen, um gegen diese Regierung zu demonstrieren.

Lesung und Stummfilm

Der "Tag des Offenen Studios" kann ab 11 Uhr erlebt werden. Geplant ist um 15.30 Uhr eine Lesung von Judith Cooper, die aktuell - nach vielen Kurzgeschichten - an ihrem ersten Roman schreibt. Auszugsweise gezeigt wird der japanische Stummfilm "Eine Seite des Wahnsinns" aus dem Jahr 1926, zu dem Iván Ferrer-Orozco elektronische Live-Musik beisteuert. Das malerische Schaffen von Olive Ayhens kann in deren Studio bestaunt werden, auch auf eine Slideshow mit Fotografien von Tucker Hollingsworth dürfen sich die Besucher freuen. Je nach Bedarf wird es weitere Lesungen beziehungsweise Musik-Sequenzen geben.

Geöffnet ist am Sonntag auch das Oberpfälzer Künstlerhaus von 11 bis 17 Uhr: Dort stellt aktuell der Bildhauer und Künstler Joseph Stephan Wurmer seine Arbeiten aus den letzten zehn Jahren vor unter der Überschrift "Ordnung und Chaos". Um 14.30 Uhr findet ein Künstlergespräch mit ihm statt.

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