11.04.2019 - 16:32 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Ein Haus voller Inspirationen

Sie kommen aus Kanada, aus Frankreich und aus Tschechien. Nun arbeiten sie für einige Wochen in Schwandorf: Valérie Boivin, Susana Alonso Legarra und Marta Zechová haben ihre Ateliers im Oberpfälzer Künstlerhaus bezogen.

Marta Zechová aus Tschechien, Susana Alonso Legarra aus Frankreich und Valérie Boivin aus Kanada (Mitte von links nach rechts) sind die neuen Stipendiatinnen am Oberpfälzer Künstlerhaus. Andrea Lamest, Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses (links) und Andreas Hottner, Vorsitzender des Fördervereins (rechts) heißen sie in Schwandorf willkommen.
von Susanne WolkeProfil

Susana Alonso Legarra arbeitet in großen Dimensionen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das Format ihrer aus mehreren Blättern zusammengesetzten Bildern kann mehr als 100 Meter messen. Im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf will sich die Spanierin nun etwas einschränken. Die Arbeiten, die sie in den ersten Tagen ihres Aufenthaltes hier gemacht hat, nehmen lediglich die Rückseite von Plakaten ein. Dem Förderverein des Hauses ist es zu verdanken, dass hier regelmäßig für einige Wochen verschiedene Künstler in die eigens dafür errichteten Ateliers einziehen. Andererseits statten Stipendiaten aus der Region den globalen Partnerorten Arbeitsbesuche ab.

Nachhaltiges Arbeiten

Legarra ist eine der drei "Austausch-Künstlerinnen", die gerade in Schwandorf eingetroffen sind. Traditionell stellen die Gäste dort zu Beginn des Aufenthalts ihre Arbeitsweise und Pläne für die nächsten Wochen vor. Für die in Frankreich lebende Künstlerin bedeutet dies allerdings eine gewisse Herausforderung. Die Anzahl der bisher produzierten Werke ist ihr schlichtweg zu klein. "Das ist noch nicht fertig", kommentiert Legarra eine durchaus beachtliche Anzahl von Blättern, die bereits auf dem Boden ausgebreitet ist.

Susana Alonso Legarra hat dafür überschüssige Ausstellungsplakate des Oberpfälzer Künstlerhauses im Stil des Action Painting mit Aquarellfarbe besprenkelt. Dies sind zwei bezeichnende Aspekte ihrer Arbeit, die sie im Gegensatz zu den riesigen Formaten auch in Schwandorf beibehalten will. Denn Susana Alsonso Legarra arbeitet bewusst nachhaltig. Wiederverwendetes Papier und mit umweltfreundlichen Zusätzen gemischte Farben sind ihr wichtig. Ihre Vorgehensweise beschränkt sich dabei nicht nur auf die Achtung von Natur und Umgebung. Beides findet Zugang zu ihrer Kunst: In welcher Form die in mehreren Schichten aufgetragene Wasserfarbe trocknet, überlässt die Künstlerin bewusst dem Zufall des Wetters.

Inspiriert von der Natur

Auch der zweiten neuen Stipendiatin in Schwandorf liegt die Natur am Herzen: Marta Zechová stammt aus Tschechien und bezeichnet sich selbst als Landschaftsmalerin. Ihre Inspiration holt sie sich in den Bergen, an der See und im Wald. "Ich nehme die Atmosphäre der Natur auf", sagt die Künstlerin, die ihre Eindrücke sowohl vor Ort als auch im Studio umsetzt. Von der Zeichnung kommend, ist sie in jüngerer Zeit zur Malerei übergegangen - und experimentiert außerdem mit Bildträgern: Marta Zechová malt unter anderem mit Transparentlack auf Holz, um die Maserung des Untergrundes durchscheinen zu lassen.

Eine Gratwanderung zwischen zwei künstlerischen Bereichen versucht im Oberpfälzer Künstlerhaus die dritte der Stipendiatinnen: Valérie Boivin bebildert in ihrer Heimat Québec Kinderbücher. Nun hat sie einen eigenen Roman geschrieben, den sie in Schwandorf illustrieren will. "Ich habe zunächst in Worten gedacht und tue das jetzt in Bildern", beschreibt sie die Herausforderung dieser Aufgabe. Aber sie sei "glücklich, hier zu sein", betont die junge Kanadierin. Schließlich liefern die durch den "Förderverein Oberpfälzer Künstlerhaus" errichteten Ateliers ideale Rahmenbedingungen. Der richtige Raum also für künstlerisches Tun in großen Dimensionen.

 

 

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