07.09.2018 - 23:39 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Pro Bahn: Freistaat Bayern soll "Alex"-Probleme lösen

Pro Bahn fordert drastische Maßnahmen gegen Zugausfälle und Verspätungen: Der Freistaat soll sich um die nötigen Züge für die Verbindungen kümmern. Der Widerspruch gegen diesen Vorschlag fällt heftig aus.

Der "Alex" am Bahnhof in Weiden
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert als Reaktion auf die anhaltenden Probleme des "Alex" auf der Zugstrecke zwischen Hof und München, dass der Freistaat sich künftig um die Fahrzeug-Bereitstellung kümmern soll. Ein landesweiter Ersatzfahrzeug-Pool könnte dann die Pannensicherheit erhöhen. Kurzfristig sollen Triebwagen und Lokomotiven angemietet werden.

"Mit einer bayernweiten Flotte braucht man nicht mehr Reservefahrzeuge als jetzt," erklärt Lukas

Iffländer, stellvertretender Pro-Bahn-Vorsitzender. "Dann hat man aber statt fünf kleine Flotten mit jeweils zwei Fahrzeugen Reserve plötzlich eine große mit zehn Reservefahrzeugen." Iffländer verweist auf Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort werde bereits vorgemacht, wie es gehen kann.

Der Geschäftsführer der den "Alex" betreibenden Länderbahn GmbH hält nichts von diesen Vorschlägen. "Herr Iffländer ist nicht umfassend informiert", erklärt Wolfgang Pollety. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen neigen zur Überregulierung des Regionalbahnverkehrs. "Herrn Iffländers Vorschläge laufen am Ende auf die Rückverstaatlichung des Eisenbahnwesens hinaus." Das könne Pro Bahn als Befürworter des Wettbewerbs und Gegner von Monopolen nicht wollen. Pollety setzt auf mehr Flexibilität und Wettbewerb. Anbieter könnten derzeit nicht flexibel auf Probleme reagieren. "Das Wettbewerbsrecht zwingt Unternehmen und Besteller, über mehr als zehn Jahre detailliert festzulegen, welche Leistungen angeboten werden."

Kurzfristig werde sich die Situation nicht verbessern lassen. Allerdings verspricht Pollety, dass zum Schulbeginn ab 11. September der Fahrplan wieder eingehalten wird. Für mehrere Wochen mussten zwei Züge täglich auf der Strecke zwischen Regensburg und Marktredwitz ausfallen. Die Lage bleibt angespannt, sagt Pollety. Inzwischen seien aber 11 von 15 Lokomotiven einsatzbereit. Um den Fahrplan einzuhalten, habe die Länderbahn zusätzliche Triebwagen angemietet. Damit kommt sie zumindest einer Forderung von Pro Bahn nach. In Sachen Verspätungen gibt Pollety keine Entwarnung. Vor allem die vielen Baustellen könnten weiter für Probleme sorgen.

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