24.08.2018 - 17:36 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Pro Bahn macht Druck auf "Alex"-Betreiber

Pro Bahn ist unzufrieden mit der Regionalverbindung zwischen Hof und München. Der Verband macht auch Vorschläge - eine wirkliche Verbesserung sieht auch er erst in vier Jahren.

Ein Sorgenkind auf Schienen: Der "Alex" im Bahnhof Weiden
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Wegen anhaltender Probleme auf der Zugstrecke Hof-München übt der Fahrgastverband Pro Bahn Kritik an "Alex"-Betreiber Länderbahn GmbH und Bayerischer Eisenbahngesellschaft (BEG). Von der Länderbahn fordert Pro Bahn Ersatzzüge für dauerhaft ausfallenden Züge zwischen Marktredwitz und Schwandorf. Gleichzeitig kritisiert der Verband die BEG für unzureichende Strecken-Ausschreibungen. Stellvertretender Pro Bahn-Vorsitzender Lukas Iffländer verweist auf fehlende Reserven bei der Länderbahn. "In Nordrhein-Westfalen werden bis zu 25 Prozent Reserve bei den Lokomotiven vorgegeben", sagt Iffländer. Die Ausschreibung der BEG dränge die Betreiber "auf Kante zu nähen". Dies habe regelmäßig "Kurzwenden" zur Folge, Züge müssen am Endhaltepunkt ohne Standzeit sofort den Rückweg antreten. Oft starten Züge deswegen mit Verspätung.

Derzeit sorgen Baustellen zwischen Schwandorf und Prag für Probleme. Das sogenannte Flügelkonzept übertrage diese auf die Verbindung Hof - München. "Man denkt über die Abschaffung des Flügelbetriebs nach", sagt Iffländer. Künftig könnte der "Alex" dann von München nach Schwandorf und dann im Wechsel nach Prag oder Hof fahren. Derzeit teilt sich der Zug in Schwandorf und bedient beide Strecken.

Der Wechsel wäre frühestens mit der nächsten Streckenausschreibung 2022 möglich. Bis dahin verlangt Pro Bahn von der BEG mehr Druck auf die Länderbahn. Aktuell habe diese zu wenig Wagen im Einsatz. Gebraucht angeschaffte von der Italienischen Staatsbahn erfüllen demnach nicht die Erwartungen, sagt Iffländer. Auch Lokomotiven habe die Länderbahn zu wenig. Das Problem lasse sich kurzfristig nicht lösen, weil kaum Triebwagen zur Miete gebe. Um den Engpass zwischen Marktredwitz und Schwandorf zu beheben fordert Iflländer den Einsatz von Wagen der Oberpfalzbahn.

Diese Möglichkeit sei geprüft, sagt Länderbahn-Sprecher Jörg Puchmüller. Wegen Unwetterschäden stehen derzeit allerdings auch hier nicht genug Lokomotiven bereit. Bei der Länderbahn arbeite eine "Task-Force" an anderen Lösungen. Wie diese aussehen könnten, soll veröffentlicht werden, wenn es ein Okay der BEG gibt.

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