Update 01.08.2026 - 13:07 Uhr

Schwuler Regierungschef ruft zu Coming-out auf

Amsterdams queere Bootsparade ist ein großes buntes Fest - und zugleich ein Protest gegen Homophobie. Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen begleiten die Feiern. Rob Jetten hat einen Appell.

Bei der farbenprächtigen Pride-Parade auf den Amsterdamer Grachten hat der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten junge LGBTIQ-Personen aufgerufen, sich offen zu bekennen. 

Ein Coming-out sei nicht einfach, „aber sobald man diesen Schritt gewagt hat, wird es nur noch besser“, sagte Jetten laut der Nachrichtenagentur ANP am Samstag zum Auftakt der traditionellen „Canal Parade“. 

Der 39-Jährige ist der jüngste Regierungschef der Niederlande und der erste, der offen homosexuell lebt.

Die Parade mit 80 bunt geschmückten Booten - einer der Höhepunkte der diesjährigen World Pride - sei ein großartiges Fest voller Freiheit und Spaß, sagte Jetten. Zugleich sei es wichtig, gegen Anfeindungen zu protestieren. 

„Das hat man beim Anschlag in Berlin letzte Woche gesehen.“ Die Akzeptanz der LGBTIQ-Gemeinschaft stehe weltweit unter Druck, sagte Jetten. „Und es ist wichtig, das heute zu zeigen.“ 

Nach dem islamistisch motivierten Angriff auf den CSD in Berlin vor einer Woche hatte Amsterdam die Sicherheitsmaßnahmen für die mehrtägige World Pride verschärft. Sie gilt als das größte Event der weltweiten queeren Gemeinschaft und findet erstmals in den Niederlanden statt. 

Allein zum Amsterdamer Bootskorso wurden laut Veranstaltern rund 500.000 Besucher erwartet. Beim Schutz aller Pride-Veranstaltungen würden Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadtverwaltung eng zusammenarbeiten, sagte Bürgermeisterin Femke Halsema. „Ich habe Vertrauen in alle Maßnahmen, die wir ergriffen haben.“ Einzelheiten wurden nicht genannt.

© dpa-infocom, dpa:260801-930-470699/2

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