17.08.2018 - 13:55 Uhr
Deutschland & Welt

Als Shirley Temple fliehen musste

ShirleyTemple am 22. August 1968 am Grenzübergang in Waidhaus in einem Diplomatenwagen.
von Autor HOUProfil

Sie kam und wurde sofort erkannt: Shirley Temple, prominenter Filmstar aus den Vereinigten Staaten und ganz plötzlich am Grenzübergang Waidhaus aufgetaucht, als die Truppen des Warschauer Pakts in der Tschechoslowakei einmarschierten.

Ihr 40. Geburtstag lag erst wenige Monate zurück, als Shirley Temple im August 1968 als Präsidentin des Weltkinderschutzbunds an einem Kongress der Internatonalen Vereinigung für Multiple-Sklerose-Kranke in Prag teilnahm. Am Tag der Invasion hätte sie den tschechoslowakischen Parteichef Alexander Dubcek treffen sollen. Doch dann fielen plötzlich Schüsse, ratterten Panzer auf den Wenzelsplatz.

Shirley Temple, global bekannt durch ihre schon im Kindesalter begonnene Hollywood-Schauspielerkarriere, flüchtete sich zunächst auf das Dach eines Hotels. Von dort aus sah sie, wie sowjetische Soldaten eine wehrlose und unbewaffnete Frau niederschossen. "Das hat mich mein ganzes Leben lang begleitet", sagte sie viele Jahre später.

Die prominente Amerikanerin verließ danach das Land und kam über Waidhaus in den Westen. Nicht lange danach ging die weltweit für ihre Filmrollen verehrte Frau in die Politik. Zunächst kandidierte Shirley Temple erfolglos für einen Sitz im amerikanischen Repräsentantenhaus. Doch dann wurde sie als US-Botschafterin erst nach Ghana (1974 bis 1976) und später in die Tschechische Republik (1989 bis 1992) geschickt. Damals begleitete die Diplomatin den Übergang des Landes in eine vom Volk bestimmte Demokratie.

Am 10. Februar 2014 starb Shirley Temple hoch betagt in ihrer Heimat Kalifornien. Sie zählte laut einer Umfrage zu den bekanntesten Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts.

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