Sinnliche Leidenschaft

Macy Gray hat den Ruf weg, eine komplizierte Talk-Partnerin zu sein. Als launisch ist sie verschrieen, mufflig und wortkarg. Die 51-jährige Sängerin glänzt durch ein schillerndes Dasein in der Öffentlichkeit wie im Privatleben.

"Ruby" nennt Macy Gray ihr neuestes Werk.
von Autor MFGProfil

Gleichzeitig glänzt die Diva durch eine fulminante Soul-Stimme, die ihrem großen Vorbild Aretha Franklin an Ausdrucksstärke wenig nachsteht, sowie durch Songs von einer innigen, geradezu erschütternden Emotionalität, die im Black Music-Bereich ihresgleichen suchen. "Ruby" (Artistry Music) nennt sich Macy Grays aktuelles zehntes Album, es steht den Vorgängern an Leidenschaft in nichts nach.

Seit dem Karrierebeginn 1999 mit dem umwerfenden Debüt "On How Life Is" passierte jede Menge im Leben der Ausnahme-Artistin, sie verkaufte knapp 30 Millionen Tonträger weltweit und wurde mit renommiertesten Musiker-Preisen wie "Grammy", "MTV"- und "Brit"-Award ausgezeichnet. Andererseits "versemmelte" sie ihren Einsatz während des Absingens der amerikanischen Nationalhymne in der "Pro Football Hall Of Fame" 2001, indem ihr mancher Textteile entfiel, was in den Vereinigten Staaten an Blasphemie grenzt, wofür sie vom Publikum gnadenlos ausgebuht wurde.

Auch ihre turbulente Ehe mit dem zwielichtigen Bauunternehmer-Berater Tracy Hinds zwischen 1996 und 1998, aus der drei Kinder hervor gingen, hielt nicht mal drei Jahre. "An diesem Quatsch habe ich nach wie vor zu knabbern", sagt Gray radikal offen, "ich will den Hörern draußen akustisch mitteilen, wie es in meinem aktuellen Dasein aussieht. Zwar waren meine Texte seit jeher von intimer Natur. Aber dieses Mal bin ich extrem tief in mein Innenleben vorgedrungen."

In der Tat klingen die meisten Verse von "Ruby" oberflächlich optimistisch, bei näherem Zuhören allerdings oft wehmütig und zwischendurch tieftraurig, weil sie schon mal vom Verlust der großen, allumfassenden Liebe erzählen oder von der Wucht des Alt-Werdens. "Wahrscheinlich bin ich ein trauriger Clown, eine ausgelassene Melancholikerin", sinniert die Lady mit dem wüsten Wuschelkopf. "Ich befürchte, das liegt daran, dass ich eine Vollblut-Frau bin, was zur Folge hat, dass ich wenig mit dem Hirn denke, umso mehr mit dem Herzen. Und ab und zu auch mit dem Unterleib", fügt Gray hinzu. "Meine Liebe zum erotischen Nahkampf mit Männern hat mir nicht eben wenige Probleme eingebracht."

Ihre sexy Ausstrahlung war für Macy Gray jedenfalls nie eine Image-Angelegenheit, betont sie, "sondern einfach nur das pure Vergnügen am Körperlichen. Ich stehe auf elegante Sexiness wie etwa die von Marilyn Monroe", erklärt sie, "mit Dumpfbacken-Erotik wie der von Miley Cyrus habe ich nichts am Hut. Es geht um Klasse und Stil! Und überhaupt möchte ich zunächst mal als tolle Sängerin wahr genommen werden, nicht als Vamp. Eine stilvolle Frau zu sein, das ist mehr als eine gewöhnliche Frau - da wir ehrlicher schreiben als die männlichen Kollegen, sind wir verletzbarer als diese. Manchmal schmerzt dieser Umstand sehr."

Der Rubin (auf Englisch: "Ruby") steht für ein königliches, dominantes Rot. "Nicht umsonst habe ich dieses Wort als Titel für mein aktuelles Album ausgewählt", betont Gray. "Es geht dabei um die karminrote Farbe des Edelsteins. Etwas sehr Spezielles. Auch etwas sehr Erotisches. All das möchte ich mit den Stücken meines aktuellen Werks vermitteln. Rot ist aus verschiedenen Gründen meine Lieblingsfarbe: sinnlich, leidenschaftlich, von Blut getränkt. Voller Leben demnach. Darum geht es auf der Platte. Der Rubin ist klassisch, mächtig und besitzt eine interessante Historie. Ich hoffe, das kann ich mit den zwölf Songs meiner neuen Produktion vermitteln." https://macygrayofficial.com/

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