Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte nach eigenen Worten als junger Erwachsener nicht viel mit der Kirche am Hut. „Ich war damals schon eine Schnitte irgendwie. Ich dachte, mir kann keiner was“, sagte er auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Marc Frings, hatte zuvor nach seinem Verhältnis zur Kirche gefragt.
„Ich bin evangelisch“, erklärte Söder vor rund 200 Zuhörern. „Religion gehörte neben Geschichte zu den sicheren Einser-Fächern bei mir“, sagte er über seine Schulzeit. „Hat mich halt einfach interessiert, hat mich bewegt, hat mich immer berührt.“
Tod der Mutter einschneidend
Dann habe es eine Phase in seinem Leben gegeben, als er etwa zwischen 18 und 22 Jahre alt gewesen sei, da habe ihn die Kirche „ein bisschen verloren“. „Dann kam der Tod meiner Mutter, das war vier Wochen vor meiner ersten Landtagswahl. Das hat mich ziemlich aus der Bahn geschmissen. Sie war zwar lange krank, aber der Tod war nicht erwartet.“Er habe nicht verstanden, dass der aus seiner Sicht beste Mensch der Welt so lange habe leiden müssen, „während andere böse Wesen auf dieser Welt einfach rumlaufen, ohne Strafe quasi“. Er habe nicht grundsätzlich am Glauben gezweifelt. „Aber ich war distanziert.“ Über einen Gebetskreis habe er gelernt, „mit Gott und über Gott zu reden. Und mich hat es dann schon sehr getoucht, wenn ich das sagen darf, und habe daraus auch gelernt, dass ich mit Gott reden darf.“ Es sei ein großes Glück seines Lebens, „dass ich glauben kann“.
© dpa-infocom, dpa:260516-930-88498/1














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