11.09.2019 - 17:24 Uhr
Deutschland & Welt

Soldaten zünden Klangfeuerwerk

Zweieinhalb Stunden lang hat die Big Band der Bundeswehr in dem kleinen Ort Högling (Kreis Schwandorf) ein brillantes Konzert gespielt. Über 2000 Zuschauer bekamen eine Show vom Allerfeinsten serviert.

Zweieinhalb Stunden Show vom Allerfeinsten: Die Big Band der Bundeswehr, ansonsten nur in größeren Städten zu sehen, gab ein Konzert in Högling (Kreis Schwandorf).
von Autor HOUProfil

Militärisch ausgedrückt muss das Fazit dieses erst sonnigen und dann doch mit fröstelnden Temperaturen daherkommenden Abends so lauten: Es ist gehorsamst zu melden, dass die in die Provinz ausgerückte Armee-Armada ihren Auftrag grandios erfüllt hat. Beim Wegtreten gab es langen Beifall und Komplimente für Dirigent Timor Oliver Chadik und sein Orchester.

Alles war seit Monaten von langer Hand vorbereitet auf dem Werksgelände des Unternehmens Godelmann. Mit der bangen Frage im Vorfeld: Wie viele Gäste würden denn kommen? Messlatten gab es nicht. Denn ein Vorverkauf erübrigte sich. Die Big Band spielt generell kostenlos, bei ihr kostet den Eintritt nichts.

Als die Sonne der Dunkelheit das Feld überließ, war klar: Da standen über 2000 Zuhörer auf dem gepflasterten Platz und wurden mitgenommen in eine rauschende Partynacht. Songs von Henry Mancini zu Beginn, der "Moon River" als Einstieg. Dann "Peter Gunn" und damit ein Highlight, das einst Duane Eddy mit seiner Guilt-Gitarre per Twangy-Sound in Szene setzte. Der Mann mit dem Saiteninstrument aus der Big Band war ihm ebenbürtig.

Marylin Monroe ließ grüßen: "Diamonds Are A Girls Best Friend" hallte es über den Platz. Und dann ging es im Motown-Sound ab nach Detroit. Ziemlich funky mit einem Sangestrio auf der Bühne, das seinen Beruf am allerwenigsten mit "Stillgestanden" verbindet: Susan Albers, Marco Matthias, Jemma Endersby. Ein Genuss, ihnen zuzuhören.

Die Band hat über zwei Dutzend Solisten. Geniale Saxofonisten und Posaunisten. "He Ain't Heavy, He's My Brother" von der Rockband The Hollies kam über die Rampe, "Besame Moucho" erklang. Ganz sanft mit passender Beleuchtung. Danach professionelle Schlagzeug- und Percussion-Einlagen. Da wurde endgültig deutlich, dass diese Band der letzte Statthalter einer bundesdeutschen Riege ist, zu der einst auch Max Greger, Paul Kuhn und James Last zählten. Die Dinosaurier dieses Genres sind längst ausgestorben. Doch Timor Oliver Chadik und seine famose Truppe gibt es noch immer. Fürwahr ein Glücksfall.

Zwei Dutzend Männer in weißer Marineuniform auf der Bühne. Jeder für sich ein Unikat. Und doch: Der Lorbeer (in Form eines bunten Blumenstraußes, den Bürgermeister Christian Ziegler zum Finale überreichte) kam einer Dame zu. Sängerin Susan Albers machte "One Moment In Time" und damit einen Song, der Whitney Houston zur Unsterblichkeit verhalf. Eine der schwierigsten Pop-Kompositionen überhaupt. Mit einer Albers-Version, die dem Original sehr nahe kam.

Schön zu hören, was Band-Manager und Conferencier Johannes M. Langendorf andeutete. "Wir kommen mal wieder". Högling und das Godelmann-Gelände stünden Gewehr bei Fuß. Denn das hat wirklich Spaß gemacht und der Nachwuchsarbeit in Vereinen der Gemeinde Fensterbach in herumgereichten Sammelbüchsen einiges zugespült. Oder in diesem Fall besser: Zugespielt.

Die Big Band der Bundeswehr gastiert in Fensterbach zum 900-jährigen Jubiläum mit einem Vom Rang her Kapitänleutnant, seit Jahren aber unterwegs als Manager und Conferencier der Big Band: Johannes M. Langendorf war begeistert vom Publikum und stellte ein Wiedersehen in Aussicht.
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