15.05.2018 - 22:08 Uhr
Deutschland & Welt

Ministerium: Seehofer wusste erst Mitte April vom Bamf-Skandal: Spät informiert

Seehofer wusste erst Mitte April vom Bamf-Skandal

von Agentur DPAProfil

Berlin. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wurde nach offiziellen Angaben mindestens fünf Wochen lang von engsten Mitarbeitern nicht über den Bremer Asyl-Skandal informiert. Die inzwischen zwangsversetzte Leiterin der dortigen Außenstelle, Josefa Schmid, bat nach Angaben des Bundesinnenministeriums am 14. März erstmals in Seehofers Büro um einen Gesprächstermin. Seehofer habe aber erst am 19. April "aufgrund der polizeilichen Untersuchungen" von den Vorgängen in Bremen erfahren, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag in Berlin. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schmids Vorgängerin, weil diese mindestens 1200 Menschen unrechtmäßig Asyl gewährt haben soll. Möglicherweise hätte Seehofer sogar sieben Wochen zuvor schon von den Vorgängen in Bremen erfahren können. Schmid hat, so stellt sie es in einem auf den 13. Mai datierten Brief an Seehofer dar, Anfang März versucht, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Damals war Seehofer noch Ministerpräsident, der Wechsel nach Berlin aber bekannt. Ihrem Schreiben zufolge wandte sich Schmid an Mitarbeiterinnen in Seehofers Vorzimmer in München. Unklar ist, ob Seehofer von diesen Kontaktversuchen informiert wurde. Die Staatskanzlei verweist an das Innenministerium. Die "maßgebliche Mitarbeiterin" habe Seehofer nach Berlin begleitet. Das Ministerium wiederum will nur Auskünfte für den Zeitraum ab dem 14. März erteilen, als Seehofer das Ministeramt antrat.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.