27.05.2026 - 12:12 Uhr

Speicherchips im Höhenflug – Rekordbewertung für SK Hynix

Die Nachfrage nach KI-Technologie lässt Speicherchip-Preise steigen. Experten erwarten, dass das Angebot noch Jahre knapp bleibt – mit Folgen für Hersteller und andere Branchen.

SK Hynix, der Speicherspezialist aus Südkorea, profitiert vom Boom der Künstlichen Intelligenz. (Symbolbild) Bild: Ahn Young-joon/AP/dpa
SK Hynix, der Speicherspezialist aus Südkorea, profitiert vom Boom der Künstlichen Intelligenz. (Symbolbild)

Der südkoreanische Speicherspezialist SK Hynix hat als jüngstes Unternehmen der Halbleiterbranche erstmals eine Marktbewertung von über einer Billion US-Dollar erreicht. Angetrieben durch einen Kurssprung von bis zu 14,9 Prozent kletterte der Börsenwert des Chipherstellers auf einen Rekordwert von 1,68 Billionen Won, was umgerechnet etwa 1,12 Billionen US-Dollar entspricht. 

Damit zieht SK Hynix mit seinen größten Konkurrenten gleich: Der heimische Rivale Samsung Electronics hatte die Marke von einer Billion US-Dollar bereits am 6. Mai überschritten, während das US-Unternehmen Micron Technology diesen Wert am Dienstag knackte. Bei Micron war der Aktienkurs an diesem Tag um 19 Prozent nach oben geschossen, nachdem die Großbank UBS ihr Kursziel für das Unternehmen nahezu verdreifacht hatte.

Warum Speicherfirmen derzeit so wertvoll sind

Die treibende Kraft hinter diesen massiven Bewertungen ist die explosionsartige und unstillbare Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz. Für die Ausführung komplexer KI-Aufgaben und für den Betrieb von KI-Hochleistungschipsätzen, wie sie beispielsweise von Nvidia entwickelt werden, sind modernste Speicherchips zwingend erforderlich.

Dieser gewaltige Bedarf durch neue KI-Rechenzentren hat zu einer weltweiten Verknappung auf dem Speichermarkt geführt, was den Herstellern eine enorme Preismacht verleiht. Die Lieferengpässe beschränken sogar die Verfügbarkeit von Chips für andere Sektoren wie Smartphones, Laptops und die Automobilindustrie. 

Preise für Speicherschips haben sich verdoppelt

Die finanziellen Auswirkungen für die Hersteller sind immens: Allein im ersten Quartal haben sich die Preise für Speicherchips verdoppelt. Für das aktuell laufende Quartal prognostizieren Experten einen weiteren Preisanstieg von bis zu 63 Prozent, was den Top-Herstellern Rekordgewinne beschert.

Analysten sehen hierin keinen kurzfristigen Hype, sondern eine fundamentale Wende. Laut Experten der UBS wird der Markt diese Aktien aufgrund der strukturellen Veränderungen, die KI für den gesamten Speicherkomplex mit sich gebracht hat, dauerhaft höher bewerten. Fachleute gehen zudem davon aus, dass die Nachfrage nach Speicherchips das Angebot noch bis zum Jahr 2028 übersteigen wird, was das Preisniveau langfristig hoch halten dürfte.

© dpa-infocom, dpa:260527-930-134678/1

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