13.01.2020 - 15:13 Uhr
SpeichersdorfDeutschland & Welt

"Best of 10 Jahre Blödsinn"

Bayerisch deftig beschert Barbari Bavarii bei ihrer Jubiläumsshow in Speichersdorf einen Abend voller Heiterkeit und Humor. Pfiffigkeit, Naivität und absurde Gedankengänge ergeben jene Mischung, die das Publikum zu Beifallsstürmen hinreißt

Barbari Bavarii bei ihrer Jubiläumsshow in Speichersdorf
von Robert DotzauerProfil
Ob in bayerisch weiß-blau oder in Lederhosn - urig und schräg trumpfen die drei Oberpfälzer bei der Jubiläumsshow in Oberfranken auf

Die Sprüche der „Barbaren“ treffen den Nerv der erwartungsfrohen Besucher. 900 füllen die Sportarena, als Peter „Beda“ Greiner, Stephan „Rosi“ Rosner und Christian „Weiti“ Witt in ihrem beknackten Spektakel in zwei Akten dem Volk aufs Maul schauen. Eine musikalische Themenreise mit vielen Liedern, Gags und Sprüchen im Gepäck führt die drei trinkfesten Akteure durch ganz Deutschland. Kaum eine Gesellschaftsschicht wird von ihnen verschont, aber so geschickt aufs Korn genommen, dass dem Trio niemand ernstlich böse sein könnte. Auch nicht die Oberfranken. Sie stehen als erste im Focus Oberpfälzer Frotzeleien. Im Begrüßungslied speziell für das „französische Frankenland“ behauptet die Gruppe: „Die Intelligenz kommt aus der nördlichen Oberpfalz“.

Bevor die Unterhaltungskünstler ihren Sprüche-Tsunami starten, beweisen die Oberfranken ihr Gespür für Volksmusik. Die Speichersdorfer Fichtenhornbläser spielen sich im Vorprogramm in die Herzen der Besucher. Mit Musik, die tief in die Seele geht, zaubern die Alphörner der Speichersdorfer alpenländisches Flair in die Arena. Dr. Wolfgang Hübner verweist für die Bürgerstiftung „Lebensfreude“ auf den guten Zweck des Events und zitiert Mutter Teresa: „Wir erkennen selbst, dass das, was wir tun, nur ein Tropfen im Ozean ist. Aber der Ozean wäre kleiner ohne diese Tropfen“. Im Rahmen des Jubiläumskonzertes findet auch eine Typisierungsaktion des Vereins „Hilfe für Anja“ statt.

„Wir nehmen alles auf die Schippe“. Dieser Leitgedanke bestimmt fortan das Programm des Liederabends im XXL-Format. Ob im weiß-blauem Outfit oder in der Krachledernen, „Beda“, „Rosi“ und „Weiti“ fühlen sich als bayerische Barbaren. Drei Jungs, die munter verschiedenste Instrumente auf der Bühne durchtauschen und das Publikum mit witzigen Texten und Songs begeistern. Vor ihren Lästermäulern ist niemand sicher: Franken und Niederbayern, Studenten und Bundeswehrler, Waschlappen und Schubecks Ingwerwahn. „Am schönsten ist es, wenn sich die Besucher in Situationen aus dem eigenen Alltag wiederfinden und sich a bissl ertappt fühlen“, sagt Stephan „Rosi“ Rosner.

Die drei Freunde mit einer Flasche Gerstensaft immer in Griffweite geben an diesem Abend zahlreiche Stücke aus den vier Alben und Bühnenprogrammen zum Besten, darunter auch Kultnummern wie „Annamirl, Zuckerbirl“, über die Kochkunst der Oma und spekulieren über das glutenfreie Essen und andere ganz banale Einfälle. Den jungen Oberpfälzer Burschen fällt es leicht, die Besucher bei Laune zu halten. Die „Superhelden“ liegen goldrichtig mit Beiträgen aus dem Programm „Sepp, der Durchschnittsdepp“ oder dem „Liebesspiel auf bayrisch mit dem Obatzten auf der Brust mit ganz viel Lust“. Nicht fehlen darf auch der Zoigl-Song „Morgenstund hat Rausch im Mund“.

Viel Zustimmung erhält die Gruppe mit der Feststellung: „Ohne Leberkaas, da macht das Leben keinen Spaß“. Mit überspitzter Ironie und nicht unbedingt ernst gemeint sind weitere Empfehlungen und Erzählungen. Das scharfzüngige Trio durchpflügt mit ihren deftigen Sprüchen die ach so kleine Welt des Alltags. Scharfzüngig gewürzte Wortspiele handeln von Kochsendungen und Naturbetrachtungen. Die Liebessongs ermuntern zu Beifallsstürmen, wenngleich der Sepp zugibt: „Ich führ eine glückliche Ehe, wie soll ich da was über die Liebe wissen“.

Friedlich, fröhlich, frech und provozierend: Die Drei bringen das Publikum so richtig auf Trab. „Wir bringen Sie schnell zum Lachen, bis Sie in die Hosen machen“, verspricht das Trio immer wieder. Das Ergebnis bleibt ungewiss, die Rhetorik ist nicht zimperlich. Ein „Best of des Blödsinns“ braust durch die Arena. Auch der Bereich des Tragischen ist den drei Bajuwaren nicht fremd. Nur, tragisch nehmen sie das Tragische nicht. Es ist verpackt in Komisches und in gelungene Gags. Nach drei Stunden voller Lust und weiß-blauem Bühnencharme in Oberpfälzer Mundart verkündet Protagonist „Sepp“ die Zugabe „König vo da Oberpfalz“. Beim Jubiläumskonzert sind die Künstler jedenfalls die Könige von Speichersdorf. Sie nehmen nicht in Anspruch, Weltverbesserer zu sein. Ihr Blick richtet sich vielmehr auf die Alltagserlebnisse der Mitmenschen. Mit „Verwandt mit Schand“ gehört eine weitere kuriose Geschichte zur großen Gaudi für einen sozialen Zweck.

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