23.12.2019 - 11:14 Uhr
SpeinshartDeutschland & Welt

"Salzburger Advent" wird zur Einladung an das Christkind

In der besonderen Atmosphäre der Klosterkirche Speinshart stimmen Sänger und Musikanten aus dem Land der "Stillen Nacht" im Zeichen alpenländischer Volksmusik auf die Geburt des göttlichen Kindes ein. Auch Oberpfälzer Musikanten glänzen

Unter dem Titel "Salzburger Advent" hinterließ das Adventskonzert in der Klosterkirche Speinshart tiefe Eindrücke. Den mitwirkenden Gruppen aus dem Pongau und den Neustädter Turmbläsern gelang eine bemerkenswerte Einstimmung auf Weihnachten
von Robert DotzauerProfil

Wer am 4. Adventssonntag in einer der prunkvollsten Kirchen der Oberpfalz einen Blick in die zerrissene Welt richtet, der wird in Speinshart still und dankbar. Auf der Suche nach etwas Erbaulichem, nach Harmonie, nach Glück, nach Ruhe, nach Frieden vielleicht auch nach Gott freuen sich über 500 Besucher im überfüllten Gotteshaus unter dem Konzerttitel Salzburger Bergadvent auf die musikalische Einstimmung auf Weihnachten.

Die Pongauer Geigenmusi, die Stöckelhuabmusi, die Puchwieser Sänger und der Puchwieser Frauendreigesang beweisen: Es geht auch ohne Jingle Bells. Gefühlvoll und zum „Runterkommen“ haben sie die Stimmung in der sogenannten staaden Zeit zwischen dem Hochkönig und den Hohen Tauern eingefangen und untermalen sie in Speinshart mit traditioneller Advents- und Weihnachtsmusik, wie sie seit Generationen gepflegt und weitergegeben wird.

Thomas Englberger, Leiter der Internationalen Begegnungsstätte, begrüßt die Pongauer zu einem Singen und Musizieren, das die ganz Vielfalt adventlicher und weihnachtlicher Volksmusik im Salzburger Land vereint. Große Anerkennung findet auch die Oberpfälzer Volksmusikszene. Die Hörerschaft genießt die zarten und weichen Klänge der Turmbläser aus Neustadt/WN., die von der Empore aus auf das Wunder der Weihnacht einstimmen.

Als Kenner des Salzburger Landes führt Brauchtumspfleger Bertram Erhardt mit adventlichen Texten und verbindenden Worten durch das Programm, das mit der Feststellung beginnt: „Es waar köi gscheider Advent, wenn nicht a Adventslichterl brennt“. In Kirchenschiff leuchten am Sonntag gleich vier Lichterln, Der 4. Advent vereint die Besucher in der Klosterkirche zur Entschleunigung in hektischen Tagen.Werde still, höre hin, staune und suche, sinniert schon bei der Begrüßung Thomas Englberger, Leiter der Internationalen Begegnungstätte.

Zum Teil wenig bekanntes Liedgut aus vergangenen Jahrhunderten erklingt in der Klosterkirche nach dem Motto „wie schon die Alten sungen“. Bewegender Chorgesang und zarteste Klänge erfüllen fortan den Kirchenraum. Atemlos lauschen die Zuhörer den 30 Texten und Liedern, die von der Ankunft des Herrn künden. Wie von einem strahlenden Stern erklingt das Singen und Jubilieren der Puchwieser Sänger mit einer Melodienfolge, fast wie frisch aus dem Gebirge.

„Als Maria übers Gebirge ging“ tönt es feierlich-sakral von den Stufen des Hochaltars herunter, die Stöcklhuabmusikanten erzählen von der „Übergangszeit“ und rätseln mit dem „Ja was woaß i“ über die Dinge, die da kommen mögen, die Neustädter Turmbläser verneigen sich vor der „Gnadenmutter Allerhöchste“ und intonieren „der Hirten Abendgebet“ und die Pongauer Geigenmusi erinnert an die unheimlichen Rauhnächte und spielt schließlich dem Jesuskind ein zärtliches „Geburtstagstanzerl“. In grenzüberschreitender Harmonie brillieren die Gruppen mit weiterem Salzburger und altbayerischen Liedgut. „Dem Himmel sei Dank“ jubilieren die Turmbläser, „Geh Briada“ verkünden die Sänger und die Geigenmusi verzückt mit hinreißenden Jodlern und Landlern.

Spannungsgeladen und in völliger Stille lauscht das Publikum, bis Bertram Erhardt, ein Erzähler mit Herz und Seele, mit seinen verbindenden Worten an die Besucher appelliert: „Es sind allein die Kräfte des Herzens, die uns retten können“. In wohliger Besinnlichkeit sind es die großen Gefühle und Gedanken, in der sich das Publikum in der musikalischen Vielfalt des „Salzburger Bergadvent“, so der Titel des Adventskonzerts, wiederfindet. Hin zum rauschenden Fest der Liebe senkt sich umgeben von den schon aufgeblasenen Backen der vielen weißen Engel der Weihnachtsfriede auf die Besucher. Zu den Stimmen der Berge gehört ganz selbstverständlich der Andachtsjodler, den der Frauendreigesang anstimmt. Schließlich singt und jodelt das Publikum mit. In dieser innigen Atmosphäre würde sogar das Christkind Station machen. Nach dem begeisterten Schlussapplaus treffen sich viele Besucher auf Einladung der Begegnungsstätte zum Aufwärmen bei Glühwein und Punsch im Kreuzgang des Klosters.

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