Oberpfalz
19.12.2022 - 16:33 Uhr
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Spritpreise in Deutschland und Tschechien sinken weiter

Seit einigen Wochen entspannen sich die Spritpreise deutlich. Auch in Tschechien sinken die Preise an den Zapfsäulen. Ein Überblick.

Der Lockdown in China und die daraus resultierende sinkende Nachfrage nach Energie ist einer der vielen Faktoren, die aktuell zu den niedrigeren Spritpreisen führen. Auch die Angst vor einer Rezession, der Ukraine-Krieg und die zurzeit angespannte Lage der Weltwirtschaft, drücken den Rohölkurs nach unten. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent – Europas wichtigste Ölsorte – liegt aktuell bei circa 80 Dollar. Anfang November lag der Kurs noch bei 95 Dollar. Der wieder erstarkte Euro und die traditionell niedrigere Nachfrage nach Kraftstoffen in den Wintermonaten, sind weitere Faktoren für niedrigere Preise an den Zapfsäulen. "Durch die sinkenden Rohölpreise gibt es jetzt auch unter den Tankstellen wieder mehr Konkurrenzdenken – das zeigt sich dann natürlich auch auf dem Kassenbeleg", sagt Gerhard Bergler, Geschäftsführer von Bergler Mineralöle, in einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Um immer den günstigsten Preis in der Umgebung zu erwischen, solle man durch Tank-Apps die Preise der einzelnen Tankstellen vergleichen, sagt Bergler.

Spritpreise 2022 auf Rekordniveau

Im bisherigen Rekordjahr 2012 waren die Kraftstoffpreise noch mehr als 50 Cent günstiger als in diesem Jahr. Spritpreise von zeitweise über 2,40 Euro pro Liter sorgten 2022 für fassungslose Gesichter. Nach dem Auslaufen des Tankrabatts stiegen die Preise noch einmal kurz an, seitdem zeigt der Trend aber nach unten. Trotzdem sind Diesel und Benzin laut dem ADAC aktuell immer noch zu teuer. Allen voran der Diesel, der eigentlich dank der Steuervergünstigungen billiger als der Benzin sein sollte. Laut ADAC fallen bei einem Liter Diesel etwa 20 Cent weniger Steuern an – trotzdem ist er aber durchschnittlich zehn Cent teurer als der Benzin. "Aufgrund der hohen Nachfrage nach Heizöl sind die Dieselpreise gestiegen. Dass viele Unternehmen von Gas auf Diesel umgestiegen sind, oder als Notfalllösung auf Dieselbetrieb umrüsten, trägt nicht zur Entspannung des Preises bei", sagt Gerhard Bergler. Die aktuell relativ niedrigen Preise – im Gegensatz zum restlichen Jahr – erklärt sich Bergler durch die gesunkenen Rohölpreise.

Auch Tanken in Tschechien günstiger

Parallel zu den Kraftstoffpreisen in Deutschland, sind auch die Spritkosten im Nachbarland Tschechien gesunken. Für Anwohner in Grenznähe lohnt sich die Fahrt über die Grenze allemal. Vergleicht man die Preise an der Grenze, lassen sich zu bestimmten Zeiten zwischen 20 und 30 Cent pro Liter sparen. Je weiter entfernt von der deutschen Grenze, desto niedriger sind die Preise. Sinnvoll ist es, nicht direkt die erste Tankstelle hinter dem Grenzübergang anzusteuern. Weil einige tschechische Tankstellen ihre aktuellen Preise auf deren Internetseiten stellen, lässt sich leicht berechnen, ob sich der Tanktourismus für den Einzelnen lohnt.

Preisentwicklung ungewiss

Wie die Preise sich weiterhin entwickeln, ist ungewiss. Auch Gerhard Bergler gibt nicht mehr Auskunft: "Ich habe leider keine Glaskugel". Zu viele Faktoren spielen bei der Preisgestaltung eine Rolle und aufgrund der aktuellen politischen Lage könne keiner die nächsten Wochen oder Monate vorhersagen. "Der Rohölpreis ist zwar aufgrund der allgemeinen Unsicherheit gesunken, aber er kann auch aufgrund von politischen und weltwirtschaftlichen Ereignissen schnell wieder steigen", sagt Bergler. Sein Mineralölunternehmen beteilige sich selbst nicht an Spekulationen: Er kaufe soviel ein, wie am Vortag ungefähr verkauft wurde – so gäbe es für ihn weder Gewinne, noch Verluste durch Spekulationen. Das neue Embargo für russisches Öl dürfte nach Ansicht einer Einschätzung des ADAC, "keine größeren Auswirkungen auf die Spritpreise in Deutschland haben, da jetzt schon kaum noch Öl aus Russland bezogen wird".

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Deutschland & Welt19.12.2022
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