24.06.2020 - 15:40 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

Cybercrime-Razzia: Festnahme in Sulzbach-Rosenberg

Im sogenannten Darknet werden Waffen, Falschgeld, Drogen und illegale Daten ausgetauscht. Die Nutzer agieren anonym - doch die Ermittler sind nun Hunderten mutmaßlichen Cyberkriminellen auf die Schliche gekommen. Auch in der Region klicken die Handschellen.

Durchsuchungen in der Underground Economy Szene führten zu Festnahmen - auch in der Oberpfalz-.
von Frank Werner Kontakt Profil

Im Zusammenhang mit einem illegalen Internet-Handelsplatz haben 232 Durchsuchungen in Deutschland, Österreich und Polen stattgefunden. 32 Personen seien vorläufig festgenommen worden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das Polizeipräsidium Land Brandenburg mit. Die meisten Einsätze hätten in Bayern mit 34 Durchsuchungen stattgefunden.

Oberstaatsanwalt Christian Schorr teilte am Mittwoch gegenüber Oberpfalz-Medien mit, dass es in der Region drei Durchsuchungen gegeben habe. In Weiden und im Landkreis Schwandorf gab es demnach jeweils einen Fall von illegalem Drogenkauf im Internet. In Sulzbach-Rosenberg wurde Haftbefehl gegen einen Tatverdächtigen erlassen, der mehr als zwei Kilogramm Cannabis im Darknet verkauft haben soll. Insgesamt erging laut Schorr in Bayern gegen zwei Beschuldigte Haftbefehl.

Mehr als 1400 Polizisten

Mehr als 1400 Polizisten waren demnach am Dienstag im Einsatz, um die mutmaßlichen Cyberkriminellen aufzuspüren. Sie hätten Wohnungen und Nebengebäude in allen Bundesländern mit Ausnahme von Thüringen durchsucht. Auch in Österreich und Polen hätten die Beamten mehrere Objekte durchkämmt. Insgesamt Elf Personen seien nun in Haft. Die Ermittler fanden nach eigenen Angaben Betäubungsmittel, diverse Waffen, digitale Währungen und Unterlagen der Nutzer von "crimenetwork.co". Außerdem hätten sie Datenträger mit mehr als 300 Terabyte, über 700 elektronische Geräte wie Laptops und Mobilfunktelefone sowie Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich sichergestellt. Auf "crimenetwork.co" werden den Angaben nach Informationen, Daten, Werkzeuge und Waren ausgetauscht, die aus Straftaten stammen oder für weitere Straftaten dienen.

Administrator in Haft

Außerdem werde die Plattform für den Verkauf von Betäubungsmitteln, Hacker-Tools, Botnetzen, Falschgeld, illegal beschaffter Konten- und Kreditkartendaten und Hieb- und Stichwaffen genutzt. "crimenetwork.co" sei der Nachfolger des schon geschlossenen Forums "crimenetwork.biz". Der Administrator sei im Mai vergangenen Jahres festgenommen worden, hieß es weiter. Das Bundeskriminalamt habe den damals 26-Jährigen aus Deutschland bei der Einreise gestoppt. Er befinde sich seitdem hinter Gittern. Das Forum sei zeitgleich beschlagnahmt worden.

Mehr Beamte für die Verbrecherjagd im Darknet

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