Sulzbach-Rosenberg
13.08.2018 - 17:57 Uhr

Große Gefühle zum krönenden Abschluss

Mit einem herausragenden Finale endet das diesjährige "Sulzbach-Rosenberg International Music Festival".

Stürmischen Applaus erhalten die Musiker beim SRIMF-Abschlusskonzert der Festival Akademie in der Christuskirche. Stephan Huber
Stürmischen Applaus erhalten die Musiker beim SRIMF-Abschlusskonzert der Festival Akademie in der Christuskirche.

Mit der Ouvertüre zu Gioachino Rossinis "La Scala di Seta" eröffnet das Orchester den Abend. Schon hier zeigt sich der frische Schwung, die ansteckende Freude an Musik, aber auch das schon fast professionelle technische und künstlerische Niveau der jungen Instrumentalisten. Conti führt das Orchester mit großen, raumgreifenden Gesten. Dabei hat sie vor allem immer die jungen Streicher im Blick, die unter ihrer einfühlsamen Leitung sicher und präzise spielen. Plastisch und homogen ist ihr Klang, sehr schön ihr Piano. Die Streicher und die meisten Holzbläser sind Teilnehmer der Festivalakademie, Klarinettisten, Blechbläser und Perkussionisten aus der Region ergänzen sie.

Erschütternde Dramatik

Felix Mendelssohn-Bartholdys Symphonie Nr. 3 "Die Schottische" bietet große Gefühle, die das Herz weiten - wenn sie entsprechend gespielt wird. Das gelingt dem Orchester souverän. Erschütternde Dramatik im 1. Satz, sonnige Heiterkeit mit berückend schönen Klarinetten im 2. lyrische Wärme und schwelgerische Innigkeit im Adagio lassen vergessen, dass an den Pulten Jugendliche sitzen, die noch wenig Lebenserfahrung in ihr Spiel einfließen lassen können. Aber Conti hat ihnen das nötige Wissen in den wenigen gemeinsamen Proben vermittelt. Prächtige Dynamik, feierlich unterstrichen von Pauken und Trompeten, krönt den Schluss.

Er ist ein echter Teufelsgeiger. Nikolaj Znaider, der Stern am Violinistenhimmel, kommt als guter Freund von Misha Quint in die Herzogstadt, gibt einen Meisterkurs und brilliert beim Abschlusskonzert. Es ist eine Sternstunde der Musik, als der Geiger und der Cellist zusammen in Johannes Brahms' Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester spielen. Herrlich ist es, wie die beiden Solisten aufeinander eingehen. Quint verzaubert mit seinem berühmten singenden Ton, Znaider mit glasklarer Transparenz, vollendeter Eleganz und erlesenem Klang. Aus der Harmonie, mit der die beiden Musiker spielen, spürt man die herzliche Freundschaft heraus, die sie verbindet.

Stürmischer Applaus

So machen sie die grollende Düsternis, die leidenschaftlichen Klagen, die nervöse Unruhe des Stücks zu einer emotionalem Tour de Force, einem aufwühlenden Erlebnis zu die Zuhörer. Mit stürmischem Applaus und stehenden Ovationen feiert das begeisterte Publikum die Solisten, das Orchester und die Dirigentin. Als Zugabe spielt das Orchester noch Brahms' Ungarischen Tanz Nr. 5. Mitreißend und rasant geht ein großartiges Konzert, ein wunderschönes Festival zu Ende.

 
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